München - Ab dem 4. Dezember werde es Prepaidkarten mit einem Guthaben von bis zu 75 Euro für die Premiere-Programme geben, teilte der Sender am Montag mit. Vorstandschef Georg Kofler rechnet mit einem Potenzial von mehr als einer Million Kunden für das Prepaidangebot "Premiere Flex".
Die Karten sollen unter anderem in Penny-Geschäften aufladbar sein. Filme sollen ab zwei Euro zu haben sein, Ganztagestickets für Sport für fünf Euro.
In den vergangenen Monaten hatte Premiere
den Verlust der Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga deutlich zu spüren bekommen. Bis Ende September ging die Zahl der Abonnenten um 5 Prozent auf 3,37 Millionen zurück.
Mit dem neuen Angebot will der Bezahlsender auch frühere Kunden wieder zurückholen. Es seien noch rund zwei Millionen Empfangsgeräte (Receiver) für Premiere auf dem Markt, die derzeit nicht genutzt würden. Viele Kunden hätten wegen der langen Laufzeit der Verträge gekündigt, sagte ein Sprecher. Für diese Kunden biete das Unternehmen nun eine Alternative an.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kofler
Kannibalisierungseffekte durch einen Wechsel von Abo-Kunden zum Prepaidangebot befürchtet er nicht: Die Preise seien so strukturiert, dass Abonnenten einen deutlichen Vorteil hätten. "Damit bleibt der Anreiz für ein klassisches Premiere Abonnement unverändert hoch", sagte Kofler. Ein Abo kostet derzeit je nach Umfang zwischen 10 und 50 Euro monatlich.
Um mit den vorbezahlten Karten Filme aus dem Premiere-Programm sehen zu können, müssen sich neue Kunden zunächst ein Empfangsgerät kaufen. Dieses kostet rund 100 Euro, ist aber gebraucht zum Teil auch deutlich günstiger zu bekommen. Die Karten sind mit Guthaben zu 25, 50, oder 75 Euro erhältlich.
Das neue Geschäftsmodell ist vielleicht auch eine Reaktion auf die Schwierigkeiten mit dem alten Konzept. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Kofler wegen des Verdachts auf Betrug.Hintergrund ist eine Abo-Kündigung eines Kunden, die der Bezahlsender nicht beachtete.
ase/mmo/dpa-afx
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH