New York - Als der Axel Springer Verlag ProSiebenSat.1
übernehmen wollte, war als Kaufpreis gerade einmal 2,5 Milliarden Dollar vereinbart worden. Heute, fast ein Jahr nachdem das Kartellamt diesen Plan zum Scheitern brachte, können die neuen Bieter für das Unternehmen von so einem Spottpreis nur noch träumen. Denn laut dem "Wall Street Journal" erwartet die Investorengruppe um Haim Saban Insidern zufolge für ihr deutsches Investment Offerten bis zu sechs Milliarden Euro.
Der "Financial Times Deutschland" erklärten Kenner der Materie zudem, die Gebote lägen dicht beieinander - wohl auch, um die Interessenten zu reizen, bis an ihre Schmerzgrenze zu gehen. "Das wird sehr eng, es gibt keinen Frontrunner", gab einer zu Protokoll.
Derzeit gibt es noch drei Bieter, die im Rennen sind: Die türkische Dogan-Gruppe und zwei Konsortien um Apax und Goldman Sachs
beziehungsweise um KKR Private Equity Investors
und den Finanzinvestor Permira. Permira und KKR könnten die Senderkette mit dem europäischen Sendekonzern SBS zusammenfassen, den die Investoren vergangenes Jahr erworben hatten. Die beiden Unternehmen würden sich gut ergänzen, weil SBS schon in neun europäischen Ländern vertreten ist - nicht aber in Deutschland.
Hinter den Kulissen bemühten sich die Bieter derzeit, die Gebote der Gegenseiten herunterzureden, schreibt die "FTD" weiter. Bei Dogan etwa warnten die Rivalen, die Regierung in Ankara könnte über den Sender Einfluss auf Deutschland nehmen. Saban bemühe sich unterdessen eifrig, zumindest Gerüchte über mögliche kartellrechtliche Probleme beim Einstieg der türkischen Bieter zu zerstreuen. Bei der TV-Sparte der türkischen Gruppe will nämlich Springer mit 25 Prozent einsteigen. Das werde jedoch keine Probleme bringen, beteuerten Berater des Verlags und auch Kenner des Bieterverfahrens.
Generell sei das Saban-Konsortium zuversichtlich, dass der Kaufvertrag noch bis Weihnachten zustande komme. "Da müssen nur noch die Zahlen eingetragen werden", erklärte einer der Insider.
ase
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