München - Der Südtiroler Kofler war einer der ersten Männer des deutschen Privatfernsehens, der als Vorstandsvorsitzender den Konzern sehr eigenständig führte. Der Aufstieg der Pro Sieben Media AG war deshalb vor allem mit seinem Namen verbunden.

Jede Menge Spekulationen über seine Beweggründe: Georg Kofler
Zwei Wochen nach Koflers Rückzugs-Ankündigung wurde der Schweizer Jurist Urs Rohner als Nachfolger Koflers berufen, dem ebenfalls Verbindungen zu Leo Kirch nachgesagt werden. Rohner wird Kofler, der zuvor noch den angeblich innerhalb der Kirch-Gruppe umstrittenen Nachrichtensender N 24 starten will, am 1. Februar nächsten Jahres ablösen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Pro Sieben Media AG, Rewe-Vorstandschef Hans Reischl, hatte noch Anfang September die Unabhängigkeit des Unternehmens von der Kirch-Gruppe betont. Im Juli 1997 ging Pro Sieben an die Börse. Der Jahresüberschuss kletterte 1998 um 47 Prozent auf 153 Millionen, das Konzernergebnis um 24 Prozent auf 316 Millionen Mark. Der Marktanteil von Pro Sieben sank jedoch 1998 von 9,4 auf 8,7 Prozent, während der Schwestersender Kabel 1 von 3,8 auf 4,4 Prozent zulegen konnte.
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