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15.01.2007
 

Londoner Leichenfund

Russland vermutet Mord an Jukos-Gründer

Anfang Januar wurde Juri Golubjew, einst Gründer des russischen Ölkonzerns Jukos, tot in seinem Londoner Domizil gefunden. Moskauer Ermittler glauben, dass er umgebracht wurde.

Moskau - Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Kollegen in London gebeten, die näheren Umstände von Golubjews Tods aufzuklären. Es sei zu vermuten, "dass er infolge von Gewalteinwirkung gestorben ist", sagte ein Mitarbeiter der Behörde in Moskau.

Golubjew wurde am 8. Januar in London tot in seinem Haus aufgefunden. Scotland Yard hat bislang keine Stellungnahme zum Tod des Jukos-Mitbegründers abgegeben.

Die russische Staatsanwaltschaft bezeichnete den Ex-Manager als möglichen Zeugen in weiteren Verfahren gegen andere Jukos-Funktionäre - zum Beispiel den Ex-Jukos-Chef Michail Chodorkowski, der bereits wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzt. Kritiker des Verfahrens gegen Chodorkowski sagen, das Vorgehen des Staates sei politisch motiviert. Der einst reichste Mann Russlands hatte sich als Rivale des Staatspräsidenten Wladimir Putin inszeniert.

Gegen Golubjew selbst ermittelten die russischen Behörden nicht. Der 65-Jährige war indes einer der wichtigsten Figuren bei Jukos. In den siebziger und achtziger Jahren arbeitete er zunächst im sowjetischen Außenhandel, Anfang der Neunziger kam er ins Ölbusiness und gründete Jukos - noch bevor der Konzern von Chodorkowskis Menatep-Bank übernommen wurde.

Auch nach der Privatisierung hatte Golubjew großen Einfluss auf die Geschäfte des Unternehmens. Im Sommer 2003 leitete er nach der Verhaftung des Chodorkowski-Partners Platon Lebedjew für eine kurze Zeit die Menatep-Bank.

itz/ russland-aktuell.ru

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