Köln - Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln durchsucht. Staatsanwalt Alfons Grevener sagte, der Chefeinkäufer und andere "Leute von Rang und Namen" hätten sich offenbar mit Besuchen in Bordellen und Spitzenrestaurants, bei Formel-1-Rennen und Spielen der Fußball-Bundesliga bestechen lassen.
Auch Geld sei geflossen, "wenn auch nicht die ganz großen Barbeträge", sondern solche in Höhe von einigen tausend Euro. So seien in einem Fall 12.000 Euro an einen Verein gespendet worden. Der Verkäufer einer Wuppertaler Computerfirma habe sich so einen Auftrag der GEZ in Millionenhöhe gesichert. Die GEZ zieht die Rundfunkgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender ein.
Die Ermittlungen seien durch eine sehr konkrete anonyme Anzeige in Gang gekommen, die möglicherweise von einem ehemaligen Mitarbeiter der Computerfirma stamme, sagte Grevener. Die Staatsanwaltschaft habe auf Grund dieses Hinweises einen Durchsuchungsbefehl bekommen und sei in den Büros sowie in der Wohnung des Chefeinkäufers in Troisdorf bei Köln "auf einige sehr interessante Dokumente" gestoßen. Daraufhin seien die Durchsuchungen angesetzt worden. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Betrugs, der Untreue, Vorteilsgewährung und Annahme.
Auch andere Unternehmen seien in diesem Zusammenhang durchsucht worden. Dabei gehe es um eine Versicherung in Köln sowie um Unternehmen in Aachen und Düsseldorf. Außerdem seien insgesamt acht Privatwohnungen durchsucht worden: in Köln, Pulheim, Aachen, Neunkirchen, Langerwehe (alle Nordrhein-Westfalen) und Remseck bei Stuttgart.
tim/dpa-AFX/Reuters/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH