Wirtschaft



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23.01.2007
 

Kulturrevolution

Bank gewöhnt Mitarbeitern das Siezen ab

Es wirkt wie eine kleine Revolution in der oft so formellen Finanzwelt: In der Teambank, dem Nachfolgeinstitut der Norisbank, soll es möglichst schnell vorbei sein mit dem zwanghaften Siezen: Auch der Azubi soll den Chef künftig mit Du anreden. Ein Beispiel, das Schule macht?

Nürnberg - Wenn der Vorstandsvorsitzende der Teambank, Theophil Graband, künftig die Zentrale am Nürnberger Rathenauplatz betritt, könnte ihm vom Pförtner ein freundliches "Guten Morgen, Theophil" entgegenschallen, während der neue Azubi im Vorbeigehen ein müdes "Servus, Theo" murmelt.

Neuer Name, neue Ideen: "Das müssen wir üben"
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DPA

Neuer Name, neue Ideen: "Das müssen wir üben"

Bei der Teambank, dem Nachfolgeinstitut der Norisbank, wird nämlich ab sofort geduzt - und das gilt für alle, vom Chef bis zum Azubi. Beschlossen hat das Ganze vor Kurzem die Führungsmannschaft bei einer Klausur im bayerischen Benediktinerkloster Plankstetten. Die Idee: Mit dem Duzen soll der Teamgedanke gestärkt werden.

Dass das mit dem Duzen für die Mitarbeiter zu Anfang nicht ganz leicht werden dürfte, darauf hat sich Graband eingestellt. Zunächst soll das Du daher "auf freiwilliger Basis" unter den 1250 Beschäftigten eingeführt werden, wie er erläutert.

Wer am gewohnten Siezen festhalten will, dürfte es aber nicht ganz leicht haben. Denn "wir wollen es möglichst geschlossen tun", gibt der Vorstandschef klar die Marschrichtung vor. "Das müssen wir üben, und es wird manchmal auch zu Irritationen führen."

Mit Kumpelei und Respektlosigkeit hat das Ganze nach Auffassung des Teambank-Chefs aber nichts zu tun. Im Gegenteil: "Es handelt sich nicht um ein Sympathie-Du, sondern um einen Ausdruck von Professionalität im Sinne des englischen You."

Die Mitarbeiter hätten die Neuerung bei einem Treffen am Montag positiv aufgenommen. In Teamcamps sollen sie in den kommenden Wochen vom Nutzen des ungewohnten Duzens überzeugt werden. Und auch auf den Visitenkarten der Bank soll sich der neue Teamgeist zeigen: Statt volltönenden Titeln und Positionen soll dort nur noch der Name stehen.

Parallel zur neuen Duz-Philosophie hat die Teambank auch einen neuen Markenauftritt gestartet. Das Unternehmen aus Nürnberg hatte Anfang August seine 98 Filialen inklusive der Markenrechte für 420 Millionen Euro an die Deutsche Bank verkauft. Das Recht am Kernprodukt, dem Ratenkredit "easyCredit", verblieb aber bei den Nürnbergern.

Die Teambank will unter Grabands Führung nun mehr als 100 sogenannte "easyCredit"-Shops eröffnen und mit diesen neuen Minifilialen weiter flächendeckend in Deutschland vertreten sein. Die Teambank gehört zum genossenschaftlichen Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken, sie ist Mitglied der DZ-Bank-Gruppe.

itz/mm.de/dpa/Reuters

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