Hamburg - Markenpiraten in China operieren nach Erfahrungen des Schreibgeräte-Hersteller Faber-Castell immer offener und dreister. So habe eine Agentur in Hongkong gleich für mehrere Warenklassen den Faber-Castell-Schriftzug samt Ritterlogo bei den chinesischen Behörden angemeldet, berichtet der Vorstandsvorsitzende der Faber-Castell Gruppe, Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, heute am Firmensitz in Stein bei Nürnberg. Dies stelle eine grobe Verletzung des Markenrechtschutzes dar.
"Die Markenpiraten werden immer unverschämter", kritisierte der Firmenchef. Die Hongkonger Agentur habe entsprechende Markenrechte bereits 2004 eingetragen. Die chinesischen Behörden hätten die Eintragung aber erst vor kurzem offiziell bekannt gegeben. Faber-Castell habe inzwischen Widerspruch eingelegt und Kontakt mit dem chinesischen Generalkonsul in München aufgenommen, müsse sich nun aber auf ein vier Jahre dauerndes Verfahren einstellen.
Auf der gestern eröffneten Papierwaren-Messe Paperworld in Frankfurt hat Faber-Castell erneut zahlreiche Produktimitationen chinesischer Herkunft vom Zoll beschlagnahmen lassen. Füllhalter aus dem oberen Preissegment waren ebenso kopiert worden wie Kinderprodukte und Leuchtstifte. Im vergangenen Jahr wurden in China beispielsweise 600.000 Radierer beschlagnahmt.
"Das ist kein Problem, das nur wir haben", sagt Unternehmenssprecherin Sandra Suppa. "Auch viele unserer Kollegen von anderen Schreibgeräte-Herstellern schlagen sich mit Produktpiraterie herum." Vertreter mehrerer deutscher Firmen seien mit Zollbeamten über das Messegelände gegangen, um auf Produktimitate hinzuweisen.
kaz/dpa
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