Wirtschaft



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25.01.2007
 

Kaufhauskette

Hertie soll wiederauferstehen

Ein britischer Investor will den Namen Hertie wiederbeleben: Er will 74 vom Karstadt-Konzern übernommene Kaufhäuser so benennen. Als Grund gab er an, Umfragen hätten dem alten Namen einen hohen Bekanntheitsgrad und erhebliche Sympathiewerte bestätigt.

Düsseldorf - Aus Karstadt kompakt wird Hertie: Der britische Investor Dawnay, Day will für seine 2005 vom Karstadt-Konzern übernommenen 74 kleineren Kaufhäuser einen der traditionsreichsten deutschen Warenhausnamen wiederbeleben. Bereits am 1. März werde an allen Geschäften das neu gestaltete rote Hertie-Logo auf silbernem Grund prangen, kündigte heute Karstadt-Kompakt-Chef Kay Hafner in Düsseldorf an.

Kaufhaus-Manager Hafner: Alter Name, neuer Schriftzug
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Kaufhaus-Manager Hafner: Alter Name, neuer Schriftzug

Der Name Hertie geht auf Hermann Tietz zurück, dessen erstes Warenhaus 1882 in Gera eröffnet wurde. In den folgenden Jahrzehnten entstand aus dieser Keimzelle einer der größten deutschen Warenhauskonzerne. Das Unternehmen wurde 1993 von Karstadt übernommen. Damit verschwand praktisch auch der Name Hertie aus dem deutschen Handel. Nur ein Warenhaus des Karstadt-Konzerns am Münchner Hauptbahnhof trägt noch diesen Namen.

Doch nun soll Hertie ein Comeback erleben: Die Namensrechte an Hertie hatte Dawnay, Day bereits beim Kauf der Karstadt-Filialen miterworben. Mit der Umbenennung wollen die britischen Investoren nun auch nach außen hin die Abnabelung der ehemaligen Karstadt-Filialen vom Essener Handelsriesen demonstrieren.

Immerhin werden bis Mitte 2007 rund 80 Prozent der Sortimente von anderen Lieferanten geliefert. Bis zum Jahresende sollen praktisch alle Lieferbeziehungen zum ehemaligen Mutterkonzern gekappt sein.

Die Umbenennung lässt sich der künftige Hertie-Konzern einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Das Unternehmen sieht sich als dritter Mitspieler auf dem deutschen Warenhausmarkt - neben den etablierten Handelsriesen Karstadt und Kaufhof. Und zeigt dabei einen in der Branche eher seltenen Ehrgeiz: "Wir wollen wachsen und wir suchen nach Standorten", sagte Hafner. Und auch sonst unterscheidet das Unternehmen so einiges von den Mitbewerbern.

Konzentration auf kleinere Städte

Während Karstadt und Kaufhof in den Zentren der Großstädte präsent sind, und mit trendigen Kollektionen versuchen, gutbetuchte Kunden in die riesigen Konsumtempel zu locken, geht Hertie einen anderen Weg. Die Idee: Als "Nachbarschaftskaufhäuser" sollen die Filialen die Kunden in den kleineren Städten eng an sich binden. Zielgruppe sind nicht die ganz Jungen, sondern die über 35-Jährigen. Preislich soll das Angebot im mittleren Preissegment angesiedelt sein.

Hertie macht damit aus der Not eine Tugend: Denn die künftigen Hertie-Filialen liegen überwiegend in Klein- und Mittelstädten. Mit Verkaufsflächen zwischen 2500 und 8000 Quadratmetern sind sie eher klein. Das Unternehmen nutzt damit eine Lücke, die die Marktführer lassen. Doch das Spiel ist nicht ohne Risiko - derzeit boomen im deutschen Handel vor allem die Discounter und die Anbieter von Luxuswaren, während das von Hertie angepeilte mittlere Preissegment immer mehr an Boden verliert.

Die Karstadt-kompakt-Manager sehen sich jedoch bisher von den Zahlen bestätigt. Der Konzern habe ein gutes Weihnachtsgeschäft verzeichnet und auch die ersten Ergebnisse mit den neuen Sortimenten seien vielversprechend, berichtete Hafner. "Im mittleren Preisbereich sehen wir im Gegensatz zu anderen hervorragende Perspektiven." Probleme, etwa im Bereich der Service-Qualität, will das Unternehmen offensiv angehen. "Das ist noch ein harter Weg, aber wir werden uns voll reinhängen", sagte der Manager. Denn ein großes Ziel lockt. Wenn erst einmal in Deutschland das Geschäft laufe, sei auch eine Expansion ins europäische Ausland nicht ausgeschlossen, heißt es. Die Rechte am Namen Hertie seien jedenfalls international gesichert.

Erich Reimann, AP

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