Wirtschaft



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09.02.2007
 

Fulminantes Börsendebüt

Hedgedfonds begeistert Anleger in New York

So etwas hat die Wall Street lange nicht gesehen: Die Aktien des Finanzinvestors Fortress sind bei ihrem Börsendebüt um bis zu 90 Prozent in die Höhe geschossen. Es war der erste Börsengang eines Hedgefonds und Beteiligungsunternehmens in den USA - aber bestimmt nicht der letzte.

New York - Der Ausgabepreis für Aktien von Fortress Investment lautete 18,50 Dollar – doch der Erstkurs lag bei 35 Dollar. Später gaben die Aktien auf zwar 31 Dollar nach, doch das war immerhin noch ein Kursgewinn von 68 Prozent. Der spektakuläre Handelsstart könnte eine Reihe ähnlicher Firmen zu einem Börsengang animieren und ihnen so eine neue Quelle für Kapital sichern.

Fortress-Management mit Kindern bei Börsendebüt: Großinvestoren griffen die meisten Aktien ab
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REUTERS

Fortress-Management mit Kindern bei Börsendebüt: Großinvestoren griffen die meisten Aktien ab

Fortress wurde 1998 gegründet und verwaltet mittlerweile ein Vermögen von knapp 30 Milliarden Dollar. Normalerweise verlangen Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften von ihren Investoren hohe Einstiegssummen. Der Kauf von Fortress-Aktien ist für Kleinanleger eine seltene Gelegenheit, vom Boom der Branche zu profitieren. Den Großteil der Aktien sicherten sich allerdings institutionelle Investoren, für Privatinvestoren blieb ein Bruchteil der Papiere übrig.

Wegen der riesigen Nachfragen wurden die Aktien am oberen Ende der Preisspanne von 16,50 bis 18,50 Dollar zugeteilt. Damit spülte der Börsengang Fortress 634 Millionen Dollar in die Kasse. Das Unternehmen verzeichnete eine Marktkapitalisierung von mehr als 7,4 Milliarden Dollar. Der Fonds verkaufte lediglich 8,5 Prozent seiner Anteile.

An der Londoner Börse werden bereits die Aktien von mehreren Hedgefonds gehandelt. Die Aktien der Man Group - mit einem verwalteten Vermögen von 60 Milliarden Dollar der größte börsennotierte Hedgefonds der Welt - haben ihren Kurswert in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt.

Aufsicht über Hedgefonds Thema in Essen

Die Branche ist politisch umstritten, weil Hedgefonds – anders als Banken – fast ohne behördliche Aufsicht operieren. Die Finanzminister der G7-Staaten, die sich derzeit in Essen treffen, wollen deshalb auf Initiative der deutschen Seite debattieren, ob eine Aufsicht oder zumindest eine Selbstkontrolle der Fonds möglich ist.

Zu Beginn des Treffens hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück allerdings die Erwartungen gedämpft, schnelle Beschlüsse werde es nicht geben. Steinbrück bezeichnete es als wichtig, dass überhaupt erstmals in einer Minister-Runde über das Thema gesprochen werde.

Er betonte, Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften hätten auch positive Seiten. Sie stellten Liquidität für die Unternehmen in Form von Beteiligungskapital zur Verfügung und zwängen Firmen zu höherer Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. "Diese Funktion will ich nicht beschädigt wissen."

Andererseits gebe es auch beträchtliche Risiken, erklärte Steinbrück. Diese Fonds hätten im Jahr 2006 über rund 1300 Milliarden Dollar verfügt. Sollte ein solcher Hedgefonds sich verkalkulieren, könne er in einem Dominoeffekt kreditgebende Banken mitreißen und eine Finanzkrise auslösen.

Großbritannien und die Vereinigten Staaten gelten allerdings als Gegner einer strengen Aufsicht über die Finanzinvestoren. Viele Hedgefonds sind zwar in Steueroasen ansässig, wickeln einen großen Teil ihrer Spekulationsgeschäfte aber über die Finanzmärkte London und New York ab.

itz/Reuters/AP

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