Düsseldorf - Ein IT-Unternehmen, ein Laptop-Hersteller und eine Mediengesellschaft sind nach Einschätzung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die größten Kapitalvernichter unter den deutschen börsennotierten Unternehmen. In der Liste der 50 größten Wertvernichter unter den Aktiengesellschaften befindet sich allerdings keines der 30 Dax
-Unternehmen, wie die Aktionärsschützer heute in Düsseldorf mitteilten.
Auf Platz eins steht den Angaben zufolge die Münchner Tria IT-Solution
Den zweiten Rang belegt der österreichische Laptop-Hersteller Gericom. Eine Investition von 10.000 Euro vor fünf Jahren war Ende 2006 nur noch magere 341 Euro wert. Die Mediengesellschaft IM Internationalmedia
kam auf den dritten Platz der "Watchlist", für die neben der Verlustquote auch noch andere Faktoren gewichtet wurden. Wer Ende 2001 Aktien der Münchner Firma im Wert von 10.000 Euro kaufte, hatte Ende vergangenen Jahres nur noch 192 Euro im Depot - weniger als ein Fünfzigstel der investierten Summe. Das ist laut Schutzvereinigung die höchste Verlustquote in diesem Zeitraum.
Für die Bewertung wurden alle seit mindestens fünf Jahren im Prime Standard der Deutschen Börse gelisteten Unternehmen untersucht. Eingeflossen ist die reine Kursperformance über ein Jahr, drei und fünf Jahre nach einer festgelegten Gewichtung. Dividenden oder Sonderausschüttungen wurden laut DSW nicht einbezogen.
Im vergangenen Jahr war mit Infineon
auf Platz 47 noch ein Unternehmen aus dem Börsenoberhaus vertreten. In diesem Jahr war kein einziges Dax-Unternehmen mehr dabei. Auch von den anderen Indizes sind nur wenige Unternehmen in der 2007er Liste vertreten. Auf Rang 31 findet sich mit dem Finanzdienstleister MLP
nur ein MDax-Vertreter in der Liste. Auch Unternehmen wie der Erotikhändler Beate Uhse
, der Puppenhersteller Zapf Creation
oder der Computerbauer Medion
werden aufgeführt.
"Wir wollten ein Instrument entwickeln, anhand dessen Problemfälle schnell zu erkennen sind", erläuterte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Gleichwohl kann sich nach seinen Worten eine Investition in ein Unternehmen, das in der Liste zu finden ist, durchaus lohnen. "Allerdings müssen die Anleger sehr genau hinschauen, ob das Licht, das sie am Ende des Tunnels zu sehen glauben, nicht der entgegenkommende Zug ist."
kaz/AP
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