Hamburg - Nach dem schwersten Börsensturz seit zehn Jahren haben die Aktien in Shanghai heute leicht zugelegt. Die Indizes der Börsen in Shanghai und Shenzhen hatten am Vortag um fast neun Prozent verloren. Weltweit hatten die Börsen mit Kurseinbrüchen reagiert. Die New Yorker Wall Street erlebte den größten Absturz seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001.
Auch in Lateinamerika waren die Kurse gestern in den Keller gestürzt. Am größten Wertpapiermarkt des Subkontinents in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paolo gab der Bovespa-Index um 6,6 Prozent nach. Er verlor im Tagesverlauf 3062 Punkte und ging bei 43.145 Zählern aus dem Handel - auch hier der größte Sturz seit dem 11. September 2001; damals war der Bovespa sogar um 7,3 Prozent abgesackt.
Analysten sprachen von einer fälligen Kurskorrektur auf dem überhitzten Wertpapiermarkt in China. Führende Ökonomen warnten schon seit Wochen vor einer Aktienblase, die sich an den Börsen von Shanghai und Shenzhen entwickelt habe. Nach Angaben von Analysten war gestern auch der Tag mit dem höchsten Handelsvolumen in Shanghai. Viele Anleger folgten dem Trend und verkauften. Zum ersten Mal verloren auch beliebte Aktien wie die der chinesischen Großbanken.
In den ersten Handelsstunden erholte sich heute der Shanghai Composite Index deutlich um vier Prozent.
Andere Börsen in Asien verzeichneten dagegen auch heute Einbußen. In Tokio verlor der Nikkei-Index
für 225 Werte bis zur Handelsmitte 645 Punkte oder knapp 3,6 Prozent auf 17.475 Punkte, schloss später dann leicht höher bei 17.604 Zählern - ein Minus von insgesamt 2,85 Prozent. Auch der breiter gefasste Index Topix verlor bis zur Handelsmitte 70,4 Punkte oder 3,9 Prozent auf 1741 Punkte und schloss bei 3,23 Prozent im Minus. In Hongkong sank der Hang-Seng-Index
um mehr als 600 Punkte oder drei Prozent ab. Im australischen Sydney fiel der ASX200 um 200 Punkte oder 3,5 Prozent auf 5771 Zähler. Auch in Singapur und Südkorea gaben die Hauptindizes nach, während die Börse in Taiwan nahezu unverändert tendierte.
Aktienhändler schauen heute gebannt nach China: Entsprechend den dortigen Vorgaben dürfte sich das heutige Marktgeschehen weltweit entwickeln. Der Dax
kaz/dpa/dpa-AFX
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