Berlin - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März unerwartet verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 107,7 von 107 Punkten im Februar, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) heute mitteilte.
"Der Aufschwung ist stark und robust", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die 7000 befragten Unternehmen beurteilten ihre Geschäftserwartungen besser. Der Teilindex stieg auf 103,2 von 102,6 Punkten im Vormonat. Ihre Lage schätzten die Firmen ebenfalls besser ein. Der Lageindex kletterte auf 112,4 von 111,6 Punkten. Befragte Analysten hatten für die Lage 111 Punkte und bei den Erwartungen 102,5 Punkte vorhergesagt.
Ifo-Experte Klaus Abberger sagte, die Unternehmen in Deutschland dürften das Gros der Folgen der Mehrwertsteuererhöhung verdaut haben. "Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wirkt noch, doch die stärkste Dämpfung könnte vorüber sein", sagte Abberger. Selbst der Einzelhandel habe sich wieder erholt. Ifo-Experte Gernot Nerb erklärte, es deute alles darauf hin, dass sich der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland fortsetze. Das Schlimmste sei vorüber.
Die Exportchancen der Unternehmen blieben Abberger zufolge in diesem Monat stabil. Daran dürfte in nächster Zukunft auch der steigende Eurokurs nichts ändern.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zeigte sich erneut zuversichtlich für die Wachstumsentwicklung. "Auch für dieses Jahr sind die Wachstumsaussichten sehr gut", sagte Glos in Berlin. Wenn nicht negative außenwirtschaftliche Einflüsse oder zu hohe Lohnabschlüsse dazwischen kämen, befinde sich das Wachstum "auf einem guten Weg", betonte er. Die Bundesregierung erwartet derzeit offiziell 1,7 Prozent Wachstum, will aber ihre Prognose Ende April überprüfen.
kaz/Reuters/ddp/AP
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