Hamburg - "Es kann sehr attraktiv sein, unterbewertete Geschäfte zu kaufen, die saniert werden müssen, deren Wert man steigern kann, indem man Management- und Branchenerfahrung einsetzt", sagte Döpfner der "Financial Times Deutschland". Er sei derzeit auf der Suche nach günstigen Kaufgelegenheiten. Springer habe viel überschüssiges Geld und zudem eine hohe Bonität bei den Banken.
Der Springer-Vorstandsvorsitzende verdeutlichte, dass er jederzeit eine Investition in Höhe mehrerer Milliarden wagen würde. Springer könne sich problemlos bis zum Dreifachen seines operativen Jahresgewinns von 433 Millionen Euro verschulden, sagte Döpfner. "Aber wir würden uns auch über diese Grenze hinaus verschulden, wenn wir eine Kaufgelegenheit hätten, die es wert wäre."
Bei einer Übernahme von der ProSiebenSat.1 Media AG hätte sich Springer mit dem 4,6-fachen des operativen Gewinns verschuldet. Das Kartellamt hatte den Kauf im vergangenen Jahr aber verhindert.
Generell bleibe Springer vor allem an Fernsehbeteiligungen in ganz Europa interessiert, sagte Döpfner: "Wenn man wirklich Zugang zu Bewegtbildern haben will und sich nicht die Preise diktieren lassen will, sollte man an Fernsehsendern beteiligt sein. Kooperationsverträge reichen da nicht aus", betonte er.
wal/ddp
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