Wirtschaft



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08.04.2007
 

Discount-Medizin

Chaos bei McZahn

Mit großspurigen Ankündigungen verbreitete der Discount-Anbieter McZahn unter Medizinern Angst und Schrecken. Doch das Unternehmen erreicht seine ehrgeizigen Expansionssziele nicht einmal ansatzweise. Bisher gibt es nur zwei Praxen - denn Anträge auf Neueröffnung werden reihenweise abgelehnt.

Frankfurt am Main – Der Billigzahnarzt hatte einmal große Pläne: Ursprünglich sollte bis 2009 ein Konzern mit 400 Praxen auf Franchise-Basis entstehen. Später revidierte Vorstandssprecher Werner Brandenbusch die Zahl auf 300 nach unten. Nun musste er in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eingestehen: "Das werden wir in dieser Größenordnung voraussichtlich nicht schaffen." Dem Blatt zufolge sind bisher grade mal zwei McZahn-Praxen eröffnet.

McZahn-Arzt bei der Arbeit: Nach Ärger mit einem Franchise-Nehmer hielt das Unternehmen Zahnersatz zurück
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AP

McZahn-Arzt bei der Arbeit: Nach Ärger mit einem Franchise-Nehmer hielt das Unternehmen Zahnersatz zurück

McZahn bietet Patienten Zahnersatz ohne Zuzahlung, der in China gefertigt wird. Doch auf den mussten einige Patienten lange warten, nachdem ein McZahn-Zahnarzt mit der Zentrale in Streit geraten war.

Das Unternehmen hielt die Kronen und Brücken zurück, die Patienten waren auf Provisorien angewiesen. Wie die "FAS" weiter schreibt, haben sich nach dieser Episode die Chancen McZahns verschlechtert, neue Praxen eröffnen zu dürfen. Für drei Standorte wurden demnach die Genehmigungen bereits versagt. Die teuren Einrichtungen seien aber schon bestellt und kosteten damit trotzdem Geld.

Die Zulassungsausschüsse sind jeweils zur Hälfte mit Zahnärzten und Vertretern der Krankenkassen besetzt. "Es entsteht der Eindruck der rücksichtslosen Standespolitik", kritisierte Brandenbusch. Doch selbst bei den Krankenkassen, die mehr Wettbewerb eigentlich unterstützen, verliert McZahn jetzt den Rückhalt. "So ein Streit darf nicht auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden", sagte ein Sprecher der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK der Zeitung.

Unternehmensberater Werner Weidhüner vermutet, dass sich auch nicht genügend Zahnärzte für das Franchise-System finden. Es sei für die Zahnärzte zu teuer. Dennoch rechnet der Bayreuther Gesundheitsökonom Peter Oberender damit, dass Discounter langfristig acht bis zehn Prozent des Marktes erobern werden. Im Prinzip könne jeder Zahnarzt billige Brücken und Kronen aus China besorgen.

ase/dpa

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