Sonntag, 22. November 2009

Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
  • Merken
28.04.2007
 

RAG-Börsengang

RWE greift RAG-Chef Müller scharf an

Der Energiekonzern RWE wirft RAG-Chef Werner Müller vor, weitreichende Beschlüsse ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats gefasst zu haben. Hintergrund ist der Verkauf der Gas-Tochter Saar Ferngas, die RAG-Anteilseigner RWE gerne selbst gekauft hätte, aber nicht zum Zug kam.

Hamburg – In einem vierseitigen Schreiben an den RAG-Aufsichtsratschef Wulf Bernotat hat der Essener Energieriese nach Informationen des SPIEGEL dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister vorgeworfen, weitreichende Beschlüsse ohne die eigentlich notwendige Zustimmung des Aufsichtsrats gefasst zu haben. Außerdem habe Müller den Aufsichtsrat „nicht nach den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Berichterstattung“ informiert. Deshalb, monieren die beiden RWE Chart zeigen-Vorstandsmitglieder Jan Zilius und Berthold Bonekamp in dem von ihnen unterzeichneten Schreiben, könnten die Aufseher „ihren gesetzlichen Kontrollpflichten nicht nachkommen“.

Die Konzernzentrale der RAG in Essen: Anteilseigner RWE fühlt sich "über den Tisch gezogen"
Zur Großansicht
DPA

Die Konzernzentrale der RAG in Essen: Anteilseigner RWE fühlt sich "über den Tisch gezogen"

Hintergrund der Vorwürfe ist der Versuch des RWE-Konzerns, den geplanten Börsengang der RAG zu torpedieren. RWE, selbst Großaktionär der RAG, strebt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" stattdessen eine Zerschlagung des Kohle- und Industriekonzerns an, um damit die RAG-Stromtochter Steag Chart zeigen übernehmen zu können. RAG-Chef Müller wollte der RWE stattdessen den Gasversorger Saar Ferngas verkaufen, der Deal scheiterte jedoch am Veto des Bundeskartellamtes. Müller habe den Gasversorger jetzt dem britisch-indischen Stahlkonzern Arcelor Mittal Chart zeigen angeboten, einem anderen Großaktionär der RAG. Er dürfe Saar Ferngas zum selben Preis erwerben, den RWE zahlen wollte. RWE fühle sich deshalb "über den Tisch gezogen". Diese Vereinbarung, so heißt es in dem Schreiben an Bernotat, sei rechtlich nicht bindend, da sie ohne die notwendige Zustimmung des Aufsichtsrats erfolgt sei.

Nach Informationen des SPIEGEL hat Aufsichtsratschef Bernotat umgehend auf die brisanten Vorwürfe reagiert. Der Manager hat inzwischen eine Sonderaufsichtsratssitzung der RAG einberufen. Außerdem soll eine externe Anwaltskanzlei prüfen, ob die RWE-Vorwürfe zutreffen. Dem SPIEGEL gegenüber wies RAG die Vorwürfe jedoch zurück.

sam/dpa

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern