Hamburg – In einem vierseitigen Schreiben an den RAG-Aufsichtsratschef Wulf Bernotat hat der Essener Energieriese nach Informationen des SPIEGEL dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister vorgeworfen, weitreichende Beschlüsse ohne die eigentlich notwendige Zustimmung des Aufsichtsrats gefasst zu haben. Außerdem habe Müller den Aufsichtsrat „nicht nach den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Berichterstattung“ informiert. Deshalb, monieren die beiden RWE
-Vorstandsmitglieder Jan Zilius und Berthold Bonekamp in dem von ihnen unterzeichneten Schreiben, könnten die Aufseher „ihren gesetzlichen Kontrollpflichten nicht nachkommen“.
Hintergrund der Vorwürfe ist der Versuch des RWE-Konzerns, den geplanten Börsengang der RAG zu torpedieren. RWE, selbst Großaktionär der RAG, strebt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" stattdessen eine Zerschlagung des Kohle- und Industriekonzerns an, um damit die RAG-Stromtochter Steag
Nach Informationen des SPIEGEL hat Aufsichtsratschef Bernotat umgehend auf die brisanten Vorwürfe reagiert. Der Manager hat inzwischen eine Sonderaufsichtsratssitzung der RAG einberufen. Außerdem soll eine externe Anwaltskanzlei prüfen, ob die RWE-Vorwürfe zutreffen. Dem SPIEGEL gegenüber wies RAG die Vorwürfe jedoch zurück.
sam/dpa
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