Wiesbaden - Ökonomen hatten erwartet, dass die Einzelhandelsumsätze im März um 0,9 Prozent zulegen. Nun ist das Gegenteil eingetreten: Im Monatsvergleich sind sie saison- und kalenderbereinigt real um 0,7 Prozent gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Februar waren die Umsätze nach revidierten Zahlen noch um 1,0 Prozent gestiegen.
Besonders erstaunlich: Der Konsumklimaindex der GfK war gerade erst auf einen Höchststand gestiegen. Im April lag der Index so hoch wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1980. Auch die Kaufneigung und die Einkommenserwartungen erhöhten sich. Der Unterschied zur realen Entwicklung könnte damit zusammenhängen, dass das Konsumklima vor allem die Erwartungen für die Zukunft berücksichtigt. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Einzelhandel beziehen sich dagegen auf den vergangenen Monat, als noch leichte Irritationen bezüglich der Konjunktur herrschten.
Im Vergleich zum Vorjahr steht der Einzelhandel allerdings gar nicht so schlecht da. Im Vergleich zum März 2006 erhöhten sich die Umsätze real um 0,5 Prozent. Im Februar musste die Branche im Jahresvergleich noch einen Rückgang von 1,6 Prozent verbuchen.
Etwas schwächer als im Durchschnitt war der Zuwachs im Geschäft mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren. Hier setzten die Händler real 0,3 Prozent mehr um als im März 2006. Supermärkte, Warenhäuser und Verbrauchermärkte kamen dagegen auf ein Plus von 0,7 Prozent. Der Facheinzelhandel wiederum hatte 4,2 Prozent weniger in den Kassen.
wal/dpa-AFX/Reuters
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