Wirtschaft


  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Kinderbetreuung Gute Geschäfte mit der Kita-GmbH

2. Teil: Mit Kindern Geld verdienen - eine Schande?

"Für mich als Ärztin sind einfach zwei Dinge wichtig", sagt Daniela Liebig, die ihre Tochter in der Stuttgarter Kita abholt. "Ich möchte mein Kind in guten Händen wissen und ich brauche Öffnungszeiten, die mit meinen Arbeitszeiten kompatibel sind. Dann bin ich auch bereit, diesen Preis zu zahlen." In anderen Stuttgarter Kitas, erzählt sie, drohe bei jeder Verspätung beim Abholen eine Strafe von fünf Euro, bei dreimaliger Verspätung wird der Vertrag gekündigt.

Ein Unding für Menschen mit Arbeitstagen, die nicht immer auf die Minute pünktlich enden. "Inzwischen sind Eltern deshalb bereit, für gute, kundenorientierte Kitas einiges zu bezahlen", weiß Katharina Spieß vom DIW. Und der wichtigste Aspekt dabei seien eben immer noch die Öffnungszeiten. "Erwerbstätige Eltern brauchen Einrichtungen, die auch dafür gemacht sind."

Dabei will Peter Wahler nach eigenen Worten "kein elitäres Produkt" verkaufen. "Wenn es Zuschüsse gibt, dann nehme ich die gerne und gebe sie sofort an die Eltern weiter, damit die Preise sinken." Die Stadt Stuttgart hatte ihre Bedarfsplanung bis 2008 schon abgeschlossen, bevor die "Little Giants" gegründet wurden, deshalb gibt es derzeit keine Zuschüsse von der Stadt Anders in München: Hier wird es aller Voraussicht nach Beihilfen geben, die Preise werden deutlich geringer sein als in Stuttgart.

Der Vorwurf: Mit Kindern Geld verdienen

Trotzdem mussten sich die Wahlers den Vorwurf gefallen lassen, dass sie überhaupt mit Kindern Geld verdienen wollen. "Unmoralisch sei das, wurde uns vorgehalten", sagt Peter Wahler, "dabei bieten wir doch nur eine Dienstleistung, die das Beste für Kinder und Eltern will." Die Behörden in Stuttgart sahen das anders: „Wir zahlen doch nicht Subventionen, damit Sie reich werden", mussten sich die Wahlers von der zuständigen Sachbearbeiterin vorhalten lassen.

"In Deutschland hält sich das Vorurteil, dass die Qualität humaner Dienstleistungen schlecht ist, wenn man damit Geld verdient", bestätigt DIW-Expertin Spieß. Aber auch hier habe ein Umdenken eingesetzt. "Der geregelte Wettbewerb und nur dieser verbessert in diesem Markt die Qualität", ist sich Spieß sicher - und dass dieser Wettbewerb kommt, steht für sie außer Frage: "Gerade auf Grund der hohen Nachfrage, werden mehr Unternehmensgründungen stattfinden."

Den Wahlers macht das keine Sorge. Sie fürchten Konkurrenz nicht - sie hoffen sogar auf sie: "Das würde ja bedeuten, dass dann endlich ein Markt für Kinderbetreuung entsteht." Dass die Anbieter sich jetzt aber in Scharen auf den Markt drängen, das erwarten sie nicht. "Dafür ist das Image, das Kinderbetreuung hat, viel zu schlecht", sagt Jelena Wahler, das Prestige fehle. "Außerdem, ergänzt ihr Mann, "ist das Geschäft nicht so lukrativ wie andere Branchen. In diese Branche geht man nur, wenn Kinder einen begeistern."

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP