Tokio - "Wir dachten, dass Großbritannien in Europa ist, aber sein Widerwillen, sich dem Euro anzuschließen, ist ein großes Problem", sagte Honda-Präsident Takeo Fukui der "Financial Times". Honda
habe nicht vor, das britische Werk Swindon auszubauen, solange sich Großbritannien dem Euro verweigere. Nur wenn die Briten einlenken, "könnten wir unsere Meinung ändern", sagte der Honda-Chef.
Großbritannien sperrt sich seit Jahren gegen die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung. Ein Grund ist der traditionelle Stolz der Engländer auf das britische Pfund. Zum anderen fürchtet eine Mehrheit der Briten aber auch negative wirtschaftliche Folgen, wenn das Land der Euro-Zone beiträte. In Großbritannien liegt die Entscheidungshoheit über die Geldpolitik bei der britischen Notenbank. Euro-Länder müssen diese Kompetenz an die Europäische Zentralbank abgeben.
Für ein Unternehmen wie Honda hingegen ist es ärgerlich, verschiedene europäische Währungen in seinen Kalkulationen zu berücksichtigen. In England produzierte Fahrzeuge, die im Rest Europas verkauft werden sollen, können sich zum Beispiel schlagartig verteuern, wenn der Kurs des britischen Pfunds steigt. Für das Unternehmen stellt das ein Absatzrisiko dar, das sich direkt auf die zu veranschlagenden Produktionskosten niederschlägt.
Um die Wettbewerbsfähigkeit von Honda in Europa zu verbessern, setzt das Unternehmen seine Hoffnungen nun auf ein Werk in der Türkei, wie Fukui dem Zeitungsbericht zufolge sagte. Die Türkei gehört zwar ebenfalls nicht zur Eurozone, hat dafür aber niedrigere Löhne.
Einen Rückzug aus der vorhandenen Produktion in Großbritannien ist laut Fukui nicht geplant. Schließlich stelle das Land einen großen Absatzmarkt dar, der von Swindon aus bedient werde. Honda wolle die vorhandenen Anlagen dort voll auslasten.
wal/AFP
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