Wirtschaft



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25.05.2007
 

Telekom-Streik

Bundesregierung erhöht Druck auf Obermann

Der Streik der Telekom wird zur Bewährungsprobe für Konzernchef Obermann. Aus Regierungskreisen ist einem Bericht zufolge zu hören, dass er kaum noch in seinem Amt zu halten wäre, wenn er den Konflikt nicht bald löst - und zwar so, dass alle ihr Gesicht wahren.

Hamburg - Die Bundesregierung bedrängt Telekom-Chef René Obermann, eine schnelle Lösung im laufenden Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Ver.di zu erreichen. "In den nächsten Tagen sollte klar sein, wie der Streik der Telekom-Mitarbeiter beendet werden kann", heißt es einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge in Berliner Regierungskreisen. Gleichzeitig erwarte der Bund jedoch, dass die angekündigten Sparziele mit der geplanten Umorganisation weitgehend erreicht werden. Der Bund ist mit einem Anteil von 32 Prozent größter Aktionär der Telekom.

Telekom-Chef Obermann: Druck vom größten Aktionär
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AP

Telekom-Chef Obermann: Druck vom größten Aktionär

Obermann will 50.000 Service-Mitarbeiter der kriselnden Festnetzsparte in neue Einheiten ausgliedern. Dort sollen sie für weniger Geld länger arbeiten - 38 statt bisher 34 Stunden pro Woche für schrittweise neun Prozent weniger Bezahlung. Dadurch will Obermann jährlich bis zu 900 Millionen Euro sparen. Dafür erhalte der Telekom-Chef Rückendeckung aus Berlin.

Ein Kompromiss mit Ver.di dürfe nicht so aussehen, dass die Telekom nur die Arbeitszeiten verlängere und die Gehälter der Mitarbeiter verschone, habe es in den Regierungskreisen weiter geheißen. Für Ver.di jedoch ist gerade der Griff in die Geldbörse der entscheidende Punkt, den sie nicht mittragen will. Der Ver.di-Streik gelte in Berlin als Nagelprobe für den neuen Telekom-Chef.

"Obermann muss diesen Konflikt mit Gesichtswahrung lösen, sonst ist er kaum noch zu halten", habe es dem Bericht zufolge in den Regierungskreisen geheißen. Trotz der schwierigen Situation halte der Bund weiter am Telekom-Chef fest und sei zuversichtlich, dass Obermann eine Einigung mit den Arbeitnehmern erzielen könne.

Seit zwei Wochen streiken bis zu 16.000 Telekom-Mitarbeiter gegen die Sanierungspläne des Konzerns. Dadurch gibt es immer wieder Beeinträchtigungen im Kundendienst zu Lasten der Kunden.

Der neue Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger kündigte heute an, dass das Unternehmen die Auslagerung der 50.000 Arbeitsplätze auch ohne Einigung mit Ver.di umsetzen werde. "Mir würde aber das Herz bluten, wenn wir in diese Situation geraten", sagte er. Per Brief wurde den betroffenen Mitarbeitern die bevorstehende Auslagerung inzwischen angekündigt. Das formell nötige Unterrichtungsschreiben über den Betriebsübergang, dem die Mitarbeiter dann widersprechen können, solle in der 24. Kalenderwoche verschickt werden.

Ver.di kritisierte das Ankündigungsschreiben: Es verschärfe die Situation dramatisch. Die bisher von der Telekom angebotene Beschäftigungssicherung sei damit praktisch wertlos, sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder. Er forderte die Telekom auf, die eigene Position zu überdenken und endlich auf die Beschäftigten zuzugehen und ihnen eine Perspektive anzubieten, statt sie zu bedrohen und einzuschüchtern.

Sattelberger deutete bei einer Fortsetzung der Gespräche Kompromissbereitschaft an. "Beide Seiten würden bei einem Kompromiss zurückstecken." Das gesamte Angebot der Telekom beinhalte aber viele Möglichkeiten, die "beide Seiten gut aussehen ließen", betonte er.

Finanzchef Karl-Gerhard Eick, der in den vergangenen Wochen die Verhandlungen mit Ver.di geführt hatte, rief die Gewerkschaft erneut zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Ein Streik sichere keine Arbeitsplätze und gehe zu Lasten der Kunden.

kaz/dpa/AFP/ddp

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