Wirtschaft



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30.05.2007
 

Telekom-Streik

Ver.di will notfalls bis zum Herbst aushalten

Im Konflikt um die Auslagerung von 50.000 Beschäftigten der Deutschen Telekom ist nach wie vor keine Bewegung erkennbar. Die Ver.di drohte heute abermals mit einem lang andauernden Streik, um die Telekom zu einem besseren Angebot an die betroffenen Beschäftigten zu bewegen.

Berlin/Düsseldorf - Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger bot der Gewerkschaft erneut Verhandlungen auf Basis des letzten Vorschlags an, wobei über eine Erfolgsbeteiligung gesprochen werden könne. Ver.di steht einem solchen Bonus aber kritisch gegenüber.

Demonstration gegen die Telekom: Wenig Hoffnung auf Bewegung
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DPA

Demonstration gegen die Telekom: Wenig Hoffnung auf Bewegung

Seit die Gewerkschaft ein verbessertes Angebot der Telekom Chart zeigen als unzumutbar zurückgewiesen hatte, ruhen die Gespräche. Die Telekom will die zum 1. Juli geplante Ausgliederung von 50.000 Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften notfalls auch ohne Zustimmung der Arbeitnehmerseite umsetzen.

Den Mitarbeitern kündigte die Telekom bereits an, dass dann die Beschäftigten in bereits bestehende Gesellschaften überführt werden und ihnen Tarifverträge für T-Mobile oder die Beschäftigungsgesellschaft Vivento Mitte Juni angeboten werden. Die Gehaltseinschnitte seien dann zum Teil stärker als bei dem letzten Angebot. Mitarbeitern, die die neue Stelle nicht annehmen, droht die Kündigung.

Falls erforderlich werde der Streik bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein fortgesetzt, bekräftigte Ver.di-Chef Frank Bsirske in der "Bild"-Zeitung. "Neun Prozent weniger Geld für vier Stunden Mehrarbeit und weitere Zumutungen sind nicht akzeptabel." Im Gegenzug hatte die Telekom etwa einen Kündigungsschutz bis Ende 2011 und einen Verzicht auf den Verkauf der Gesellschaften bis Ende 2010 in Aussicht gestellt.

Bsirske äußerte sich zudem enttäuscht über das bisherige Verhalten des Bundes als größtem Aktionär der Telekom. "Der Bund drückt sich vor der Verantwortung. Er hat die soziale Verpflichtung gegenüber den Telekom-Beschäftigten, die er endlich erfüllen muss." Bislang würden die Beschäftigten aufrichtige Unterstützung vermissen.

Ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte in Berlin, mehr als 15.000 Beschäftigte seien im Streik. Der Ausstand könne noch verschärft werden. "Wir sind noch nicht an der Oberkante." Die Gespräche mit dem Vorstand der Telekom seien festgefahren.

"Es gibt keine Bewegung", sagte Schröder. "Wir können keine Zuversicht verbreiten." Heute beteiligten sich nach Ver.di-Angaben bundesweit rund 50.000 Menschen an einem Solidaritätstag für die Telekom-Beschäftigten.

Die Telekom halte an dem Ziel fest, gemeinsam mit Ver.di ein Ergebnis zu erzielen, sagte Sattelberger. "Wir sollten uns wieder an den Verhandlungstisch setzen."Eine Arbeitsgruppe von uns arbeitet derzeit Details für einen Sondertarifvertrag "Erfolgsbeteiligung" aus." Grundidee sei, dass die Telekom bei guten Geschäften eine Art Sonderbonus zur Kompensation von Entgeltabsenkungen zahle. In guten Zeiten könnten die Mitarbeiter so gleich viel oder sogar mehr verdienen als bislang.

mik/Reuters

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