Hamburg - Die 68er-Bewegung hat zu einem Mangel an Flexibilität, Disziplin und Respekt in der Wirtschaft geführt - davon sind einem Manager-Panel der Personalberatung LAB vor allem Führungskräfte unter 40 überzeugt. Der These, dass das Wertesystem der Studentenbewegung bis heute negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft im Bezug auf diese Merkmale habe, stimmten rund 53,8 Prozent in dieser Gruppe tendenziell oder voll zu.
"Gemeinhin sagt man ja: je älter desto konservativer. Dieser Grundsatz ist beim Thema 68er offensichtlich nicht wirksam", heißt es in der Auswertung der Umfrage. Unter den Managern, die die 68er noch selbst erlebt haben, empfanden 62 Prozent deren Auswirkungen dagegen als positiv.
Insgesamt fanden unter den Befragten rund 47 Prozent die These der Umfrage plausibel, eine leichte Mehrheit von 53 Prozent lehnte sie aber ab. Nach Geschlecht ausgewertet zeigt die Umfrage, dass vor allem Männer den 68ern skeptisch gegenüber stehen. Rund zwei Drittel der befragten weiblichen Führungskräfte fühlten sich mit dem Wertesystem verbunden - vermutlich, weil die Bewegung auch gegen die alten "Männer-Kartelle" ging, vermuten die Autoren. Allerdings waren nur sieben Prozent der 709 für das Panel befragten Manager Frauen.
Die Hälfte der befragten Führungskräfte hält außerdem die deutsche Volkswirtschaft im Vergleich zu den asiatischen Wirtschaftssystemen für "unterdurchschnittlich leistungsfähig". Im Vergleich zu anderen westlichen Volkswirtschaften beurteilen die Manager die Bundesrepublik aber als konkurrenzfähig oder sogar als leistungsfähiger. Anlass für die Umfrage war der 40. Jahrestag der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967. Das Ereignis gilt in Deutschland als Auslöser für die Bewegung.
ase/AFP
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