Berlin - Selten fiel die Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) so positiv aus wie in diesem Jahr. "In fast allen Branchen wollen die Unternehmen mehr Personal einstellen", teilte der Verband heute mit. Mehr als 20.000 Betriebe hatte der DIHK befragt - und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Mitarbeiter bei Carl Zeiss in Oberkochen: 23 Prozent der Unternehmen wollen zusätzliche Stellen schaffen
Demnach planen die deutschen Firmen den kräftigsten Stellenaufbau seit dem Wiedervereinigungsboom. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte um 700.000 sinken, erklärte der DIHK. Bislang hatte der Verband einen Rückgang um 500.000 vorausgesagt.
23 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Stellen schaffen. Zu Jahresbeginn hatten das 21 Prozent angegeben. Nur noch elf Prozent wollen Arbeitsplätze abbauen, zuvor waren es 13 Prozent. Grund für die hohe Einstellungsbereitschaft sei der anhaltende Aufschwung. So beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage ähnlich gut wie zu Jahresbeginn, als das höchste Niveau seit 1991 erreicht wurde.
Die Aussichten für die Zukunft schätzten die Betriebe sogar so optimistisch ein wie seit der Wende nicht mehr: 34 Prozent rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten, nur jedes zehnte Unternehmen geht von einer Verschlechterung aus. Besonders zuversichtlich ist die Industrie, die zunehmend von der inländischen Investitionsnachfrage profitiert. Aber auch Handel, Bauwirtschaft und Dienstleister blicken optimistischer nach vorn.
"Die Unternehmen haben Vertrauen in diesen Aufschwung", erklärte der DIHK. "Sie sehen, dass nicht nur kurzfristige Auftragsspitzen abzuarbeiten sind." Auch die Konsumstimmung sei bestens - dank der Zuwächse bei Löhnen und Renten. "Nach Export und Investitionen entwickelt sich jetzt der Verbrauch der privaten Haushalte zur dritten Stütze der Konjunktur."
Entsprechend zuversichtlich fällt die Wachstumsprognose des DIHK aus. Das Bruttoinlandsprodukt werde sich in diesem Jahr um 2,8 Prozent erhöhen, teilte der Verband mit. Bislang war er von 2,3 Prozent ausgegangen. Gebremst werde der Aufschwung allerdings zunehmend von einem Mangel an Fachkräften.
wal/Reuters
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