Hamburg - Bisher lief für die Brüder Asbeck alles bestens. Der eine, Frank, wurde mit seinem Solarunternehmen Solarworld zum Multimillionär, und auch die Geschäfte des anderen, Marc, entwickelten sich prächtig. Doch nun trüben staatsanwaltliche Ermittlungen das Unternehmerglück.
Marc Asbeck ist Geschäftsführer des Bonner Unternehmens Asbeck Armoring, das gepanzerte Fahrzeuge für Kunden mit hohem Sicherheitsanspruch herstellt. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE besteht der Verdacht, dass die Firma ihre Fahrzeuge illegal in Länder geliefert hat, für die strenge Ausfuhrbestimmungen gelten. "Wir ermitteln", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn. Dabei gehe es um einen möglichen "Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz".
Um verdächtiges Material sicherzustellen, ließ die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume von Asbeck Armoring durchsuchen. Nähere Angaben machte der Sprecher nicht. "Es war eine ganz normale Zollüberprüfung, ob alle Stempel richtig sind", sagte Marc Asbeck. "Das ist gang und gäbe, wie eine Steuerprüfung, das haben wir öfter."
Sein Bruder Frank Asbeck, der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Solarkonzern Solarworld
zeigte sich überrascht. Er habe eine sehr enge Beziehung zu seinem Bruder, sagte er zu SPIEGEL ONLINE, von Durchsuchungen wisse er aber nichts. Solarworld sei "definitiv nicht betroffen", betonte Asbeck, zwischen beiden Unternehmen gebe es "keinerlei gesellschaftliche Verflechtung".
Ein Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz sei bei Solarworld ohnehin ausgeschlossen. "Es gibt keine Exportbeschränkung für Solaranlagen", sagte Asbeck. Außerdem seien die Hauptabnehmer Bayern, Spanien und Kalifornien "keine Terrorländer".
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