Wirtschaft



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13.06.2007
 

Finanzinvestor Blackstone

Mein Jet, mein Helikopter, mein Rekordgehalt

Von Arne Gottschalck und Simon Hage

Finanzinvestor Blackstone sieht sich zu ungewohnter Offenheit gezwungen. Kurz vor dem Börsengang muss er Bezüge und Privilegien des Spitzenmanagements veröffentlichen. Durch den Börsengang erhalten allein die beiden Gründer rund 2,5 Milliarden Dollar.

Hamburg - Blackstone-Chef Stephen Schwarzman erhielt im vergangenen Geschäftsjahr ein Salär von 398,3 Millionen Dollar (rund 300 Millionen Euro). Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor, in der das Private-Equity-Haus erstmals zur Offenlegung von Vorstandsbezügen gezwungen war. Schwarzman verdiente damit rund 30-mal mehr als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, 50-mal so viel wie Daimler-Chrysler-Lenker Dieter Zetsche und das 150-fache des Jahresgehalts von TUI-Chef Michael Frenzel.

Auch im Vergleich mit US-Größen schneidet Schwarzman gut ab: Er erhielt fast doppelt so viel wie alle Vorstandschefs der fünf größten Investmentbanken zusammen. Lloyd Blankfein, der CEO von Goldman Sachs Chart zeigen, erhielt beispielsweise eine Bezahlung von "nur" 54 Millionen Dollar - weniger als ein Siebtel des Schwarzman-Salärs.

Die astronomische Bezahlung basiert auf Schwarzmans Beteiligung an den Geschäften von Blackstone. Die Bezahlung des Vorstandschefs und anderer Spitzenmanager, so heißt es in der Pflichtmitteilung, resultiere zu 100 Prozent aus der Performance des Unternehmens beziehungsweise seines Portfolios. Blackstone ist an Unternehmen und Immobilien beteiligt. Man ermutige seine Führungskräfte, eigenes Kapital in Blackstone-Fonds zu investieren, erklärt die Investmentgesellschaft - dies entspreche der Unternehmenskultur: Ziel sei es, die Interessen der Geschäftsführer mit denen der Investoren in Einklang zu bringen.

In einer Fußnote erwähnt Blackstone außerdem, dass Schwarzman ein Dienstwagen samt Chauffeur zur Verfügung steht. Nebst einem Flugzeug, das auch Frau und Kinder bisweilen nutzten. Die Kosten von Privatflügen mit der Maschine erstatte Mister Schwarzman aber zurück. Darüber hinaus besitzt der CEO gemeinsam mit Blackstone-Mitbegründer Peter Peterson einen Helikopter. Im vergangenen Jahr erhielt Schwarzman von Blackstone insgesamt 1,54 Millionen Dollar für die geschäftliche Nutzung des Hubschraubers.

Auch Blackstone-Mitbegründer Peter Peterson durfte sich über einen gigantischen Geldsegen freuen. Der 80-Jährige nahm 212,9 Millionen Dollar an Bezügen ein. Immerhin 97,3 Millionen Dollar gingen an Schwarzmans designierten Nachfolger Hamilton James. Der 56-Jährige fungiert als President und Chief Operating Officer (COO) der Blackstone Group, der er seit dem Jahr 2002 angehört. Tomilson Hill, der 58-jährige Vize-Chairman, verdiente 45,6 Millionen Dollar und Finanzchef Michael Puglisi 17,4 Millionen. Addiert ergibt das eine Gesamtsumme von 771,5 Millionen Dollar (577,69 Millionen Euro) für die fünf Blackstone-Topmanager.

Die Auflistung der Zahlungen an sein Spitzenpersonal finden sich auf den Seiten 196 und 197 des insgesamt 271-seitigen SEC-Filings. Derartige Spitzengehälter versteckt man lieber. Dabei verdeutlichen diese Millionenbeträge nichts Geringeres als einen grundlegenden Wandel in der Finanzbranche: Private-Equity-Funktionäre wie Schwarzman gewinnen durch den Boom ihrer Geschäfte an Macht und Einfluss - vor allem aber an Reichtum.

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