Von Arne Gottschalck und Simon Hage
Durch den geplanten Börsengang zapfen die Topmanager eine weitere Geldquelle an. Schwarzman wird durch den Verkauf eines Anteils von 5,7 Prozent bis zu 677,2 Millionen Dollar erhalten. Sogar rund 1,88 Milliarden Dollar, so kalkuliert Blackstone, werde Senior Chairman Peterson einnehmen - er verkauft knapp 60 Prozent seines Anteils.
Bis zu 188,5 Millionen Dollar werden an President und COO James gehen. Etwa 22,1 Millionen Dollar wird Vize-Chairman Hill am Börsengang verdienen, 13,4 Millionen soll Finanzchef Puglisi erhalten. Addiert man diese Summen, so wird das Blackstone-Topmanagement am Börsengang insgesamt bis zu 2,8 Milliarden Dollar verdienen. Mit solchen Summen lässt sich zumindest zum Teil erklären, weshalb der einstige IPO-Skeptiker Schwarzman plötzlich zielstrebig einen Börsengang betreibt.
Trotz Anteilsverkäufen bleibt Schwarzman künftig der mit Abstand größte Blackstone-Eigner mit einem Anteil von etwa 24 Prozent. Bei dem angestrebten Ausgabekurs von zwischen 29 und 31 Euro pro Aktie wäre sein Anteil mehr als 7 Milliarden Dollar wert. Peterson wird nur noch mit 4 Prozent an Blackstone beteiligt sein. James behält knapp 5 Prozent, Hill 1,6 und Puglisi 0,7 Prozent.
Nach dem Börsengang soll Schwarzman 350.000 Dollar Jahresgehalt bekommen - wie auch die anderen Spitzenmanager. Darüber hinaus wird der CEO in erheblichem Maß von den sogenannten Carried Interests, der Beteiligung der Manager an den Gewinnen aus den Investments, profitieren. Unklar bleibt jedoch, ob der US-Kongress möglicherweise die Steuern auf die Carried Interests erhöht. Bislang gelten diese lediglich als Kapitaleinkünfte und werden mit 15 Prozent besteuert. Die reguläre Einkommenssteuer in den USA liegt hingegen deutlich darüber.
Für Bezahlung sind die Gründer zuständig
Blackstone gibt im SEC-Filing auch einen Überblick über seine Engagements. Der Private-Equity-Riese besitzt Beteiligungen im Wert von 88,37 Milliarden Dollar - so der Stand vom 1. Mai. 33,08 Milliarden Dollar sind in sogenannte Corporate-Private-Equity-Fonds investiert, 19,95 Prozent stecken in Immobilienfonds und 35,34 Milliarden in alternativen Anlagefonds. Das Gesamtvolumen der Assets hat sich seit dem Jahr 2003 mehr als verdreifacht (siehe Grafik).
Das Unternehmen profitiert erheblich davon, dass die verwalteten Volumina stark zunehmen. Im Jahr 2005 strich Blackstone allein 370,6 Millionen Dollar an Fondsmanagementgebühren ein. Im vergangenen Jahr waren es bereits 852,3 Millionen Dollar.
Im Jahr 2007 hat Blackstone bereits drei größere Private-Equity-Investitionen getätigt. Im Februar kaufte die Investmentgesellschaft für 2,26 Milliarden Dollar, davon 414 Millionen Dollar Eigenkapital, den US-Lebensmittelkonzern Pinnacle Foods Group. 3,32 Milliarden Dollar (914 Millionen Dollar Eigenkapital) hat Blackstone in den Pharma-Konzern Cardinal PTS investiert. Finanzmittel in Höhe von 1,25 Milliarden Dollar flossen in das indische Medienunternehmen Ushodaya Enterprises.
Seit April vergangenen Jahres ist Blackstone zudem mit 4,5 Prozent oder 3,5 Milliarden Dollar an der Deutschen Telekom beteiligt. Der Eigenkapitalanteil liegt bei 1,01 Milliarden Dollar.
Mit dem Börsengang krönt Schwarzman nun seine Karriere bei Blackstone. Der heutige CEO, so heißt es in der SEC-Mitteilung, "war an allen Phasen der Unternehmensentwicklung seit der Gründung im Jahr 1985 beteiligt". Seine Karriere begann er bei Lehman Brothers
, wo er 1978 zum Managing Director bestimmt wurde. Von 1977 bis 1984 war er für das M&A-Geschäft der US-Investmentbank zuständig. Inzwischen geht es ihm nicht mehr nur um schnöde Finanzinvestments - er hat auch eine Schwäche für das Musische. Heute sitzt Schwarzman auch in den Aufsichtsräten zahlreicher Organisationen wie der New Yorker Stadtbibliothek, des Kennedy-Centers für darstellende Künste oder des New York City Ballet.
Dass Schwarzman finanziell jemals darben muss, erscheint unwahrscheinlich. Denn ein eigenes Komitee, das seine Bezüge begrenzen könnte, soll es auch künftig nicht gegeben. Bislang hätten stets zwei Personen die abschließende Entscheidung über die Bezahlung von Topmanagern gefällt: die beiden Gründer Schwarzman und Peterson. An dieser Praxis, heißt es auf Seite 195 des SEC-Filings, wolle man so weit wie möglich festhalten.
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