Günstigen Schutz bieten Risikolebensversicherungsverträge mit Berufsunfähigkeitsschutz. Der Versicherte erhält bei Berufsunfähigkeit eine Rente und die Angehörigen im Todesfall eine Entschädigung. Solche Kombi-Policen sind gebräuchlich und meist auch sinnvoll. Auch reine Berufsunfähigkeitsversicherungen sind zu haben. Sie können preiswerter sein als das Kombi-Produkt. Geeignet sind sie vor allem für Antragsteller, die keine Familie versorgen müssen oder die ihre Angehörigen schon anders gegen den Todesfall abgesichert haben.
Die Preisunterschiede sind gewaltig. Für eine 30-jährige Bürokauffrau kostet der den FINANZtest-Vorgaben entsprechende Schutz zwischen 446 und 1119 Euro pro Jahr. Dabei sind aktuelle Überschüsse der Unternehmen schon berücksichtigt. Wenn die Überschüsse sinken, steigt der Preis der Policen zum Teil erheblich. Trotzdem gilt: Wichtiger als der Preis sind die Versicherungsbedingungen. Diese entscheiden darüber, ob und wann ein Versicherer im Ernstfall zahlt.
Besonders wichtig: Ein Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Damit sagt ein Versicherer seinen Kunden unabhängig vom Alter zu, dass er die Rentenzahlungen nicht mit der Begründung ablehnt, der Kunde könne trotz der gesundheitlichen Beschwerden noch in einem anderen Beruf arbeiten. Vor allem für junge Versicherte wichtig: die Nachversicherungsgarantie. Sie ermöglicht es, die Versicherung bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsprüfung nach Bedarf aufzustocken, um etwa einem gestiegenen Einkommen oder einer Familiengründung Rechnung zu tragen.
Berufsunfähigkeitsschutz ist nur zu haben, wenn das Risiko aus Sicht der Versicherer nicht zu hoch ist. Wer bereits Gesundheitsschäden hat oder Vorerkrankungen aufweist, bekommt oft keinen Schutz mehr, muss Risikozuschläge zahlen oder sich mit dem Ausschluss von Leistungen in bestimmten Fällen abfinden. Die Versicherer geben keine Auskunft darüber, wie sie Erkrankungen genau bewerten. Sicher ist: Sie kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
Auf der Suche nach Berufsunfähigkeitsschutz sollten vor allem Interessenten mit Vorerkrankungen stets einige Angebote mehr einholen, um so vollständigen und so guten Schutz wie möglich zu bekommen. Eine Garantie gibts nicht. Mit Vorerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Depressionen ist kaum Berufsunfähigkeitsschutz zu haben.
Pflicht zur Wahrheit
Wegen der großen Bedeutung von Vorerkrankungen sind die Antragsformulare der Versicherer wichtig. Die Fragen zum Gesundheitszustand müssen Antragsteller wahrheitsgemäß und sorgfältig beantworten. Wer schummelt oder was vergisst, läuft Gefahr, im Ernstfall leer auszugehen. Wichtig ist auch die Gestaltung des Antragsformulars. Je klarer und genauer die Fragen formuliert sind, desto geringer ist das Risiko von Missverständnissen. Pluspunkte bei der FINANZtest-Bewertung der Formulare gabs für Angebote, bei denen Fragen nach Krankenhausaufenthalten auf die letzten zehn Jahr und bei sonstigen Erkrankungen und Behandlungen auf die letzten fünf Jahre begrenzt und nur objektive Tatbestände Thema sind.
Erster Schritt bei der Suche nach Berufsunfähigkeitsschutz ist die Bestandsaufnahme: Aus der jährlichen Rentenmitteilung ergibt sich, ob und in welcher Höhe im Ernstfall eine Erwerbsminderungsrente fällig ist. Hinzu kommen oft noch Berufsunfähigkeitsleistungen aus der betrieblichen Altersversorgung. Ferner zu berücksichtigen: Bei Aufgabe der Berufstätigkeit fallen oft beträchtliche Kosten weg, so dass die Lebenshaltungskosten sinken und sich der Lebensstandard mit weniger Geld als bisher sichern lässt. Oft jedoch ist eine angemessen hohe Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer.
Sparpotenzial bietet außer einer Absenkung der Berufsunfähigkeitsrente eine Verkürzung der Laufzeit. Der Beitrag sinkt deutlich, wenn der Versicherungsschutz bereits mit dem 60. Lebensjahr endet. Doch Vorsicht: Die dann je nach Alter und Umständen bis zu sieben Jahre lange Wartezeit bis zum Beginn der Altersrente sind schwer zu überbrücken.
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