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28.06.2007
 

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Airbus unterzeichnet Vertrag für Werk in China

China hat einen gigantischen Bedarf an Passagierjets, sagen Prognosen der Flugzeughersteller. Airbus will ganz nah dran sein und hat heute gemeinsam mit seinen chinesischen Partnern den Vertrag für ein Werk in Tianjin unterzeichnet. In einem Jahr soll dort die Produktion der Maschinen beginnen.

Hamburg/Peking - Airbus baut in China ein Endmontagewerk für die A320-Modellreihe und verschafft sich damit ein Standbein in dem wichtigen Zukunftsmarkt, wie der Konzern heute in Peking mitteilte. Airbus hält 51 Prozent, die restlichen Anteile liegen bei einem chinesischen Konsortium. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) nahm an der Unterzeichnung teil.

Airbus-Modell: Neues Werk in China soll nicht mit der Fertigung in Europa konkurrieren
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DPA

Airbus-Modell: Neues Werk in China soll nicht mit der Fertigung in Europa konkurrieren

Die Fabrik im ostchinesischen Tianjin soll den Angaben zufolge im August 2008 die Produktion aufnehmen, die ersten Maschinen sollen Anfang 2009 geliefert werden. Das Werk werde bis 2011 pro Monat vier Jets der A320-Familie und bis 2016 insgesamt 300 Flugzeuge bauen. Teile werden demnach in Europa gefertigt und dann nach China transportiert.

Airbus gab heute ebenfalls bekannt, dass chinesische Fluggesellschaften inzwischen 86 Jets aus der A320-Familie bestellt haben. Im Oktober hatte sich China mit dem Flugzeugbauer auf den Kauf von insgesamt 150 Maschinen geeinigt. Rund die Hälfte dieser Flugzeuge wird nach Angaben des Unternehmens in dem neuen Werk in Tianjin montiert. Derzeit wird der A320 noch komplett in Toulouse und Hamburg montiert.

Das neue Werk in China gehe nicht zu Lasten der Werke in Frankreich und Deutschland, betonte ein Sprecher von Airbus Deutschland. "Wir fahren die Produktion hoch auf monatlich 40 A320 bis Ende 2009", sagte er. Wegen ungebrochen hoher Nachfrage hatte Airbus im Mai die Produktion seiner A320-Modelle von bisher 32 Flugzeugen pro Monat erhöht.

In Tianjin werde man ausschließlich zusätzliche Maschinen bauen, hatte ein Unternehmenssprecher anlässlich der Bekanntgabe der Pläne für das Werk im Oktober 2006 betont. Auf dem gewaltigen Zukunftsmarkt China hat der europäische Flugzeugbauer derzeit einen Anteil von 34 Prozent, der auf 50 Prozent ausgebaut werden soll. Der Bedarf der Chinesen an neuen Maschinen bis 2010 wird auf 2600 Stück geschätzt.

Merkel lehnt Staatsbeteiligung an EADS ab

Die A320-Familie umfasst kleinere Flugzeuge mit nur einem Mittelgang in der Kabine und schließt auch die Modelle A318, A319 und A321 ein. Nach Angaben von Airbus ist sie die weltweit erfolgreichste Baureihe von Passagierflugzeugen mit Standardrumpf. Für diese Produktpalette seien bis heute fast 5100 Bestellungen verbucht, mehr als 3000 seien bereits ausgeliefert.

Airbus leidet derzeit vor allem unter Problemen mit dem neuen Großraumflugzeug A380. Managementfehler und ein interner Machtkampf in der Führung haben zu den Schwierigkeiten des Mutterkonzerns EADS beigetragen, stellte jüngst ein Untersuchungsausschuss des französischen Senates fest. Auch der hohe Eurokurs macht dem Flugzeugbauer zu schaffen. Die Airbus-Krise soll mit dem Sparprogramm "Power 8" gelöst werden, das 10.000 Jobs in ganz Europa kosten soll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnte derweil französische Vorschläge einer Staatsbeteiligung an EADS ab, zeigte sich aber offen für eine Umstrukturierung des Unternehmens. Merkel erklärte heute nach einem Treffen mit Ministerpräsident Francois Fillon, Deutschland beabsichtige keine direkte Beteiligung an EADS. Der französische Senat hatte gestern die Bundesregierung aufgefordert, wie Frankreich direkt über eine Staatsbeteiligung bei EADS einzusteigen. Dadurch könne Deutschland seine Interessen besser wahren, hieß es zur Begründung.

kaz/AP/Reuters

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