Wirtschaft



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29.06.2007
 

Ende des Streiks

Telekom-Mitarbeiter akzeptieren Tarifkompromiss

Nun ist es offiziell: Die Beschäftigten der Deutschen Telekom haben den vergangene Woche ausgehandelten Tarifkompromiss abgenickt. Damit hat der wochenlange Streik bei dem Bonner Konzern ein Ende.

Bonn - Mit 72,6 Prozent stimmten die Mitarbeiter den ausgehandelten Konditionen für rund 50.000 Mitarbeiter zu, die zum 1. Juli in konzerneigene Service-Gesellschaften ausgelagert werden. Das teilte die Gewerkschaft Ver.di mit. Zur Urabstimmung aufgerufen waren rund 22.000 Beschäftigte, notwendig war eine Zustimmung von einem Viertel. "Die Einkommen bleiben gleich, der Kündigungsschutz wurde erheblich verlängert - für die Beschäftigten ist das Bestmögliche erreicht worden", sagte Ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder.

Kommunikationselektroniker der Deutschen Telekom: Viele Mitarbeiter waren wütend nach dem Tarifabschluss
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AP

Kommunikationselektroniker der Deutschen Telekom: Viele Mitarbeiter waren wütend nach dem Tarifabschluss

Nach Abschluss des Kompromisses hatte es wütende Stimmen von Mitarbeitern gegeben, die kritisierten, dass der Streik - der erste bei der Telekom überhaupt - umsonst gewesen sei. Schröder versuchte zusammen mit den Tarifexperten, auf Informationsveranstaltungen die Wogen zu glätten.

In den neuen Gesellschaften müssen die Mitarbeiter der Festnetzsparte künftig 38 statt 34 Stunden in der Woche arbeiten. Nach langem Tauziehen hatten die Tarifparteien zudem vereinbart, das Gehaltsniveau um 6,5 Prozent zu senken.

Allerdings federt die Telekom die Kürzung der Ausgleichszahlungen ab, so dass die Mitarbeiter bis Ende 2008 nicht auf Geld verzichten müssen. Danach will Ver.di den Ausgleich über Tariferhöhungen schaffen.

Der Kompromiss sieht auch vor, dass die Einstiegsgehälter um mehr als 30 Prozent sinken. Dafür sind die Mitarbeiter aber bis Ende 2012 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Ein Verkauf der neuen Gesellschaften ist zudem bis Ende 2010 ausgeschlossen, und es werden mehr als 4000 Nachwuchskräfte eingestellt.

Das Tauziehen um die Auslagerung hatte sich seit März hingezogen. Für Telekom-Chef Rene Obermann ist die Einigung um die Service-Sparte lediglich ein Etappenziel. Er muss das gesamte Inlands-Geschäft auf Vordermann bringen. Seine Aufgabe wird es sein, den Service zu verbessern, die Kundenverluste zu stoppen und bei alledem die Kosten zu senken, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Was das Einsparvolumen angeht, ist die Auslagerung nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Telekom spricht von 500 bis 900 Millionen Euro, die durch längere Arbeitszeiten, tarifliche Nullrunden und niedrigere Einstiegsgehälter erzielt werden. Obermann hat sich aber Kostensenkungen von 4,2 bis 4,7 Milliarden Euro bis 2010 auf die Fahnen geschrieben.

ase/dpa/Reuters

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