Wirtschaft



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30.06.2007
 

Pläne zur Mitarbeiterbeteiligung

Experten zerreißen Modelle von Union und SPD

Heftige Kritik an den Plänen von Union und SPD zur Mitarbeiterbeteiligung: Die Pläne bedeuteten zu viel Einmischung seitens des Staates, monieren Experten - und vor allem hätten sie zu viele Konstruktionsfehler.

Berlin - Die Konzepte von Union und SPD sind vollkommen unterschiedlich - doch weder das eine noch das andere taugt Experten zufolge wirklich etwas. Zu dem Unions-Konzept erklärte etwa der Darmstädter Finanzwissenschaftler Bert Rürup gegenüber dem SPIEGEL: "Das Vorhaben wird vor allem große Aktiengesellschaften begünstigen, die ihren Mitarbeitern staatlich geförderte Belegschaftsaktien anbieten können." Im Mittelstand ließen sich entsprechende Kapitalbeteiligungen dagegen "gar nicht oder nur schwer organisieren". Zum Konzept der SPD für einen sogenannten Deutschlandfonds sagte Rürup: "Damit wird nur eine neue Staatsbank geschaffen."

Nach dem SPD-Modell sollen Arbeitnehmer Teile ihres Gehalts in einen Deutschlandfonds einzahlen. Dieser beteiligt sich dann wiederum an den Unternehmen. Als Vorteil wird eine Risikominimierung für die Arbeitnehmer im Falle einer Insolvenz des Unternehmens angeführt.

"Ich sehe darin keinen Sinn"

Die Union will mit steuerlichen Anreizen die Zahl der Unternehmensbeteiligungen von Mitarbeitern steigern. Demnach sollen Beschäftigte jährlich bis zu 1000 Euro steuerbegünstigt als Kapitalbeteiligung an ihrem Unternehmen anlegen können. SPD und Union übten zwar Kritik am jeweils anderen Modell, bekundeten aber den Willen zu einer einvernehmlichen Lösung noch in dieser Legislaturperiode.

Auch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, nannte die Konzepte "nicht überzeugend". Hüther warf der Union in der "Passauer Neuen Presse" vor, sie wolle eine Förderung, die dazu führe, dass die individuelle Entscheidung zur Vermögensanlage verzerrt werde. "Die Anlage im eigenen Unternehmen wird steuerlich gefördert, die in ein anderes Unternehmen, in Aktien oder Anleihen nicht. Ich sehe darin keinen Sinn. Die SPD nimmt in ihrem Vorschlag den Leuten sogar noch das Anlagerisiko weg - das ist der Marktwirtschaft abträglich."

Als Alternative schlug Hüther vor: "Wenn man wirklich Anreize schaffen will, muss man das Steuersystem komplett umstellen. Dann muss das Sparen insgesamt steuerfrei gestellt und das Geld über Konsumsteuern erzielt werden. Das wäre eine richtige Maßnahme."

ase/AP

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