Wirtschaft



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02.07.2007
 

Patientenschutz im Krankenhaus

"Wir Kassen wollen nach Qualität bezahlen"

In einem Privatkrankenhaus sind Menschen gestorben, weil der Chef möglicherweise nur auf die Rendite schaute. Er bestreitet die Vorwürfe. Cornelia Prüfer-Storcks, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, fordert deshalb eine bessere Kontrolle der Krankenhäuser - sie will nur noch nach Qualität bezahlen.

SPIEGEL ONLINE: Im privatisierten Krankenhaus von Wegberg sind rund zwei Dutzend Menschen gestorben, weil der neue Chef möglicherweise nur auf die Rendite schaute (SPIEGEL 26/2007). Zieht die AOK daraus Konsequenzen?

Prüfer-Storcks: Die Kassen haben vor Wochen ein Verfahren eingeleitet, um die Zusammenarbeit mit der dortigen Klinik aufzukündigen. Das ist bürokratisch und dauert leider lange. Bewahrheiten sich die Vorwürfe, dann muss die Politik handeln.

Krankenhaus: AOK will Gesetzesänderung
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DDP

Krankenhaus: AOK will Gesetzesänderung

SPIEGEL ONLINE: Und wie?

Prüfer-Storcks: Heute müssen die Kassen alle Leistungen zahlen, die in Häusern erbracht werden, die im Krankenhausplan der Länder stehen; egal wie gut oder schlecht die Behandlung war. Darum fordern wir schon länger eine Gesetzesänderung: Wir Kassen wollen nach Qualität bezahlen. Wer schlecht behandelt, bekommt dann kein Geld mehr. Das ist der beste Patientenschutz.

SPIEGEL ONLINE: Krankenhäuser müssen heute schon Berichte zur Qualität abgeben …

Prüfer-Storcks: Wir Kassen bekommen die Daten nur anonymisiert. Das bringt rein gar nichts. Wir möchten auch, dass sich die Patienten informieren können, wie gut das Haus ist, in das sie gehen wollen, wie oft es zu Komplikationen und Reoperationen kommt.

SPIEGEL ONLINE: Sind die kleinen Kliniken schlechter als die großen?

Prüfer-Storcks: Wir brauchen nicht alle zehn Kilometer ein kleines Krankenhaus, in dem alles behandelt wird. Erfahrung und Erfolg stehen in einem direkten Zusammenhang, darum setzen wir auf Spezialisierung und Mindestmengen. Kleine Krankenhäuser müssen sich auf Qualität, Kooperationen und Arbeitsteilung konzentrieren.

Das Interview führte Barbara Schmid

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