Wirtschaft



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02.07.2007
 

Energiekosten

126 Stromanbieter erhöhen Preise

Von Anselm Waldermann

Einen Tag vor dem Energiegipfel im Kanzleramt schlagen die Stromversorger zu: Mehr als hundert Unternehmen erhöhen ihre Preise - bislang hatten nur rund 60 einen solchen Schritt angekündigt. Die Verbraucher sind nicht machtlos, durch einen Anbieterwechsel können sie bis zu 300 Euro sparen.

Hamburg - Klimaschutz, Atomkraft, Energiesparen - Streitthemen gibt es genug, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) morgen zum dritten und letzten Energiegipfel lädt. Die Top-Manager der deutschen Stromwirtschaft werden sich im Kanzleramt einfinden, auch Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Forschungsministerin Annette Schavan sind mit dabei.

Strommast: Erfolglose Bemühungen der Politik um niedrigere Preise
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DPA

Strommast: Erfolglose Bemühungen der Politik um niedrigere Preise

Wegen der Dauerfehde um die Kernenergie und der Debatte um den CO2-Ausstoß ist die Stimmung schon im Vorfeld im Keller. Doch jetzt erhält sie noch einen Dämpfer: Denn zahlreiche Versorger erhöhen in diesen Tagen ihre Strompreise, zum Teil drastisch um 34 Prozent. Die Mehrkosten für die Verbraucher belaufen sich auf bis zu 280 Euro im Jahr. Keine gute Voraussetzung für das Spitzentreffen im Kanzleramt - war doch die Runde seinerzeit dafür angetreten, den Wettbewerb im Strommarkt zu verbessern und damit die Preise zu drücken.

Die tatsächliche Entwicklung zeigt in die andere Richtung: Zahlreiche Verbraucher müssen mittlerweile mehr für ihren Strom bezahlen als zum Zeitpunkt des ersten Energiegipfels vor einem Jahr. Und die Preise steigen weiter. Der Grund für die aktuelle Runde: Die Strompreiskontrolle in Deutschland wurde zum 1. Juli aufgehoben, eine staatliche Kontrolle der Tarife findet nun nicht mehr statt. Gleich 126 Stromversorger haben die Gelegenheit genutzt und erhöhen nun oder zum kommenden Monat ihre Preise - darunter auch Großkonzerne wie Vattenfall. Nach Angaben des unabhängigen Verbraucherportals Verivox sind noch weitere Erhöhungen geplant.

Durchschnittlich steigen die Strompreise um acht Prozent, manche Kunden müssen sogar bis zu 34 Prozent mehr zahlen. Ein vierköpfiger Standardhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt nun 815 Euro pro Jahr - 6,9 Prozent mehr als am 1. Juli 2006.

Im Vergleich der größten deutschen Städte sind die Strompreise in Stuttgart am teuersten. Es folgen Bremen, Berlin, Essen und Hamburg. Den bundesweit günstigsten Grundversorgungstarif bietet die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH in Bayern, dahinter folgen die Stromversorgung Ismaning und die Elektrizitätsversorgung Gochsheim, beide ebenfalls in Bayern. Am teuersten ist die Grundversorgung bei den Stadtwerken Weißenfels in Sachsen-Anhalt. Hier zahlen Verbraucher mit 1097 Euro rund 66 Prozent mehr als in Aschaffenburg.

Betroffen sind von den Tarifanpassungen fast alle Bundesländer. Lediglich in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland wurden bisher keine Preiserhöhungen bekannt gegeben. Gesenkt werden die Preise gerade einmal in drei Städten: in Elmshorn (Schleswig-Holstein), Aachen (Nordrhein-Westfalen) und Ludwigslust-Grabow (Mecklenburg-Vorpommern).

Verivox rechnet damit, dass sich die Grundversorgungspreise in den nächsten Monaten bundesweit auf einem höheren Niveau einpendeln werden. Die Spartarife der Stadtwerke und Gebietsversorger hingegen wurden nicht erhöht, und die Preise der neuen Anbieter wurden oft sogar gesenkt. Damit hat sich das Preisgefälle zwischen den teuren Grundversorgungstarifen und den Spartarifen erhöht. "Der Wechsel in einen neuen Tarif beim Grundversorger oder der Wechsel zu einem neuen Anbieter ist damit so lohnend wie noch nie", teilte Verivox mit. "Es liegt jetzt am Verbraucher, den Wettbewerb zu nutzen und damit sinkende Strompreise zu erreichen."

Einfacher Anbieterwechsel

Früheren Untersuchungen zufolge zögern viele Verbraucher noch, sich einen neuen Stromversorger zu suchen. "Dabei ist der Anbieterwechsel einfach, schnell und sicher", sagt Verivox-Sprecherin Dagmar Ginzel. "In nur fünf Minuten kann man bis zu 300 Euro pro Jahr sparen."

Alternativen zum bisherigen Versorger lassen sich auf Verbraucherportalen wie www.verivox.de einfach finden. Hat man sich für einen Anbieter entschieden, muss man nur den entsprechenden Antrag ausfüllen, die Formalitäten des Wechsels erledigt der neue Versorger automatisch. Dass der Strombezug während des Wechsels unterbrochen wird, ist ausgeschlossen, da die Versorgung gesetzlich garantiert ist.

Laut Verivox zeigen die Strompreiserhöhungen in den vergangenen zwölf Monaten, dass die Bemühungen der Politik um niedrigere Strompreise bis heute nicht gefruchtet haben. "Zahlreiche Stromversorger greifen nach wie vor ungeniert in die Taschen der Verbraucher", erklärte Ginzel. "Gleichzeitig wundern sich immer mehr Kunden über die steigenden Gewinne der Stromkonzerne."

Vom Energiegipfel erwarten Verbraucherschützer deshalb nicht allzu viel. Am Zug seien nun die Kunden selbst. Nur durch einen Anbieterwechsel könnten sie Druck auf die Unternehmen ausüben.

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Wie sollen Menschen Öko-Investitionen akzeptieren oder sich gar vetrauensvoll an ihnen beteiligen können, wenn sie als Bürger selber unfreiwillig in seltsame Geschäfte hineingezogen werden. Wiebke Hollersen schreibt unter [...] mehr...

04.06.2009 von Ludwig Schmidt: altes wird neu und neues ist eigentlich alt

Tja, scheint sich bis heute nicht wirklich etwas geändert zu haben, ein wirklich aktuelles Thema, auch politisch. Nun ja, wir mussten ja auch (fast) alles, was von Blairs Neoliberalen so ausgedacht wurde über den [...] mehr...

05.11.2007 von tempestas:

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05.11.2007 von kdshp:

Hallo, gestern in TV spiegel hat man eine dieser "maschen" gezeigt um die preise in die höhe zu treiben. Das so was geht wollte/kann ich nicht glauben. Da wurde ein kraftwerk für 15 mil stillgelegt (kosten), [...] mehr...

05.11.2007 von Robert32:

Man kennt sich persönlich, man trifft sich zum Kaffee, man stimmt sich ab... mehr...

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