Hamburg - Einer Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge besteht derzeit kein flächendeckender Fachkräftemangel, wie das Magazin "Stern" berichtet. Mangel an Fachkräften könne "partiell" auftreten, sei jedoch gesamtwirtschaftlich "kein gravierendes Problem", sagte die IAB-Wissenschaftlerin Anja Kettner.
Der Studie zufolge hat sich die ungewollte Dauer von Stellenvakanzen im Jahr 2006 verglichen mit dem Vorjahr im Durchschnitt nur sehr geringfügig von 19 auf 21 Tage erhöht. Ein knappes Fünftel (19 Prozent) aller offenen Stellen waren im vergangenen Jahr schwer zu besetzen. Die Forscher hatten in ihrer Studie unter 13.500 Betriebe befragt.
Überdurchschnittliche Besetzungsprobleme verzeichneten nur Metall-, Elektro- und Fahrzeugindustrie. Doch habe sich hier die Dauer der Suche nach Mitarbeitern im Jahresvergleich von durchschnittlich 70 auf 56 Tage verringert. "Das lässt vermuten, dass es bei den Klagen nicht immer darum geht, dass keine geeigneten Personen gefunden werden, sondern dass die Besetzung ganz schnell gehen soll", sagte IAB-Expertin Kettner. Dies gelte auch für den Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen das IAB unter anderem die Immobilienwirtschaft sowie die Beratungs- und IT-Branche zählt.
Die Bundesbürger stehen Forderungen nach mehr Zuwanderung hochqualifizierter Ausländer mehrheitlich ablehnend gegenüber. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des "Sterns" sprachen sich 52 Prozent gegen eine vereinfachte Zuwanderung von Spezialisten aus. 44 Prozent von 1001 Befragten sind dafür.
mik/ddp
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