Frankfurt am Main - Der bisherige Rekord des Dax
vom 7. März 2000 ist damit geknackt. Damals hatte der Index 8136,16 Punkte erreicht. Den anschließenden Einbruch des überhitzten Neuen Marktes und die zwischenzeitliche Abkühlung der Weltwirtschaft hat der deutsche Aktienmarkt mittlerweile überwunden.
Händler verwiesen auf die guten Vorgaben aus den USA und aus Asien. Der Dow Jones
hatte im Vergleich zum Xetra-Schluss noch 123 Punkte zugelegt und
sehr fest auf einem Rekordstand geschlossen. Der japanische Nikkei
ging ebenfalls
fest aus dem Handel.
Seit Anfang dieses Jahres ist der Dax insgesamt um 23 Prozent gestiegen. Als Grund für die fortlaufend gute Entwicklung nennen Marktbeobachter eine günstige Bewertung deutscher Aktien im internationalen Vergleich. Gegenüber dem Vortagesschluss betrug das Plus heute Morgen 1,2 Prozent.
Derzeit liegen alle 30 Dax-Werte im Plus. Die Papiere von BASF
führen die Gewinnerliste mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent an. Gefragt waren auch die Papiere der Allianz
mit einem Plus von 1,3 Prozent.
"Zum Durchbruch hat uns der Dow Jones verholfen, der nach Wochen der Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen ist", sagte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank.
Die Stimmung der Anleger könnte sich getragen von dem Hoch kurzfristig noch verbessern und für einen weiteren Anstieg sorgen. Auf längere Sicht könnten aber Belastungsfaktoren wie der hohe Euro, steigende Zinsen und Rohstoffpreise zu einer Korrektur führen.
Einen ersten Rekord hatte der Dax zuletzt schon gebrochen: die 8000er-Marke wurde am 1. Juni gerissen. Später knackte der Dax dann auch den höchsten Schlusskurs aller Zeiten - bei 8132 Punkten. Nur den höchsten Stand insgesamt, der im Verlauf eines Tages erreicht wurde und bei 8136 Punkten lag, konnte das wichtigste deutsche Börsenbarometer bisher nicht erreichen. Heute wurde dann auch dieser Rekord eingestellt.
Einzelne Analysten halten mittlerweile auch einen Dax-Wert von 9000 oder gar 10.000 Punkten in absehbarer Zeit für möglich. Sie verweisen auf das insgesamt gute wirtschaftliche Umfeld - sowohl in Deutschland als auch im Rest der Welt.
Zunehmend werden aber auch warnende Stimmen laut. Sie verweisen auf die gestiegenen Risiken. Dazu zählen die anhaltende Terrorgefahr ebenso wie ein anziehender Ölpreis. Auch die für den Herbst angedeuteten weiteren Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank könnten die Aktienmärkte belasten.
wal/Reuters/dpa-AFX
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