Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
19.07.2007
 

Bahn vor Streik

Tarifgespräche mit Lokführern gescheitert

Alle Zeichen stehen auf Streik: Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn sind abgebrochen worden. Statt einer Annäherung verschärfte die Lokführergewerkschaft sogar ihre Forderungen. Sie bereitet eine Urabstimmung vor - nun droht ein Arbeitskampf ausgerechnet zur Ferienzeit.

Berlin - Die Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL gingen kurz vor 16 Uhr ohne Annäherung zu Ende. Die GDL kündigte danach sofort an, schon am Montag eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf in die Wege zu leiten. Deren Ergebnis soll Anfang August vorliegen, dann könnte ein Streik beginnen.

Lokführer am Frankfurter Hauptbahnhof: "Mindestens 31 Prozent" mehr Lohn
Zur Großansicht
AP

Lokführer am Frankfurter Hauptbahnhof: "Mindestens 31 Prozent" mehr Lohn

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale bestätigte, dass es in den Gesprächen keine Annäherung gab. Nicht einmal "Lösungsansätze" hätten sich ergeben, um den Konflikt beizulegen. "Wir sind ratlos", sagte sie. In den kommenden zehn Tagen stehe aber noch kein Streik an. Das habe die GDL zugesichert.

Suckale zufolge hat die Lokführergewerkschaft ihre Forderungen sogar noch erhöht. Bisher hatte die GDL "bis zu 31 Prozent" mehr Lohn verlangt. Nun sei die Forderung auf "mindestens 31 Prozent" hochgeschraubt worden.

GDL-Chef Manfred Schell dagegen wies die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen der Bahn zu. Die Gewerkschaft erwarte, dass sich der Konzern-Vorstand bewege und ein neues Angebot unterbreite.

Ein erster Streik bei der Bahn war vor gut einer Woche zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA hatten sich mit dem Konzern auf eine Gehaltserhöhung um 4,5 Prozent geeinigt. Die GDL hingegen hat dieses Verhandlungsergebnis nicht akzeptiert. Sie fordert für die Lokführer einen eigenen Spartentarifvertrag mit deutlich höheren Lohnsteigerungen.

In einem letzten Anlauf hatte Konzernchef Hartmut Mehdorn heute ein neues Vergütungssystem und eine bessere Ausbildung für die Lokführer versprochen. Allerdings bestand er darauf, dass der mit Transnet und GDBA geschlossene Tarifvertrag im Kern für alle Berufsgruppen gelten müsse. Die GDL wies das Angebot deshalb zurück.

"Wir werden weiter alles unternehmen, dass Streiks vermieden werden", sagte Bahn-Verhandlungsführerin Suckale. Einen Erfolg werde es aber nur geben, wenn alle drei Eisenbahner-Gewerkschaften gemeinsam an einen Tisch kommen.

Genau das will die GDL nicht. Ihr Vorsitzender Schell sagte, seine Organisation lehne es kategorisch ab, mit den anderen Gewerkschaften zu einem gemeinsamen Vertrag zu kommen.

wal/ddp/dpa/AP/Reuters/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP