Berlin - Die Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL gingen kurz vor 16 Uhr ohne Annäherung zu Ende. Die GDL kündigte danach sofort an, schon am Montag eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf in die Wege zu leiten. Deren Ergebnis soll Anfang August vorliegen, dann könnte ein Streik beginnen.
Bahn-Personalvorstand Margret Suckale bestätigte, dass es in den Gesprächen keine Annäherung gab. Nicht einmal "Lösungsansätze" hätten sich ergeben, um den Konflikt beizulegen. "Wir sind ratlos", sagte sie. In den kommenden zehn Tagen stehe aber noch kein Streik an. Das habe die GDL zugesichert.
Suckale zufolge hat die Lokführergewerkschaft ihre Forderungen sogar noch erhöht. Bisher hatte die GDL "bis zu 31 Prozent" mehr Lohn verlangt. Nun sei die Forderung auf "mindestens 31 Prozent" hochgeschraubt worden.
GDL-Chef Manfred Schell dagegen wies die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen der Bahn zu. Die Gewerkschaft erwarte, dass sich der Konzern-Vorstand bewege und ein neues Angebot unterbreite.
Ein erster Streik bei der Bahn war vor gut einer Woche zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA hatten sich mit dem Konzern auf eine Gehaltserhöhung um 4,5 Prozent geeinigt. Die GDL hingegen hat dieses Verhandlungsergebnis nicht akzeptiert. Sie fordert für die Lokführer einen eigenen Spartentarifvertrag mit deutlich höheren Lohnsteigerungen.
In einem letzten Anlauf hatte Konzernchef Hartmut Mehdorn heute ein neues Vergütungssystem und eine bessere Ausbildung für die Lokführer versprochen. Allerdings bestand er darauf, dass der mit Transnet und GDBA geschlossene Tarifvertrag im Kern für alle Berufsgruppen gelten müsse. Die GDL wies das Angebot deshalb zurück.
"Wir werden weiter alles unternehmen, dass Streiks vermieden werden", sagte Bahn-Verhandlungsführerin Suckale. Einen Erfolg werde es aber nur geben, wenn alle drei Eisenbahner-Gewerkschaften gemeinsam an einen Tisch kommen.
Genau das will die GDL nicht. Ihr Vorsitzender Schell sagte, seine Organisation lehne es kategorisch ab, mit den anderen Gewerkschaften zu einem gemeinsamen Vertrag zu kommen.
wal/ddp/dpa/AP/Reuters/AFP
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