Washington - Purdue Pharma LP war in dem Prozess angelastet worden, gegenüber Ärzten die Gefahr zu verharmlosen, bei der Einnahme des starken Schmerzmittels OxyContin abhängig zu werden. Die US-Arzneimittelbehörde DEA führt den Tod von Dutzenden Menschen auf den Missbrauch dieses Medikaments zurück.
Daraufhin verhängte Bundesrichter James Jones im US-Staat Virginia eine der höchsten Geldstrafen, die je in einem US-Prozess aus dem pharmazeutischen Bereich gab: 634 Millionen Dollar (459 Millionen Euro). Jones billigte bereits am Freitag einen entsprechenden Vergleich, auf den sich das Justizministerium als Anklagebehörde und die Pharma-Firma bereits im Mai verständigt hatten.
Danach muss das Unternehmen 600 Millionen Dollar zahlen. Zusätzlich wurde eine fünfjährige Bewährungszeit verhängt. Die restlichen 34,5 Millionen Dollar entfallen nach Angaben der "New York Times" auf drei Spitzenmanager: Purdues früheren Präsidenten Michael Friedman, Firmenrechtsberater Howard Udell und den ehemaligen medizinischen Leiter Paul Goldenheim. Alle drei müssen außerdem 400 Stunden Gemeindearbeit zur Aufklärung über die Gefahren von Arzneimittelmissbrauch leisten. "Wir begrüßen die Entscheidung von Richter Jones", erklärte das Unternehmen.
Oxycontin ist in den Vereinigten Staaten ein weit verbreitetes Schmerzmittel, seit es 1995 auf den Markt kam. Sein Wirkstoff ist ein Abkömmling von Opium. Deswegen nehmen manche US-Amerikaner die Pillen als Ersatz für die Heroinspritze oder andere Drogen ein. "Viele junge Leute glauben irrtümlicherweise, dass verschreibungspflichtige Medikamente sicherer sind als andere Drogen", sagte Bezirksrichter Jones.
fba/dpa
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