München - Die Aufklärungsarbeit im Siemens-Konzern wird Zeitungsberichten zufolge von mehreren Landesgesellschaften behindert. Die amerikanische Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton habe sich im Aufsichtsrat darüber beschwert, berichten "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf das Kontrollgremium. Der Vorstand um Konzernchef Peter Löscher sei aufgefordert worden, rasch dagegen vorzugehen.
Zudem weitet sich der Schmiergeldskandal bei Siemens
Die Debevoise-Ermittler stießen dem "SZ"-Bericht zufolge offenbar auf schwarze Kassen auch in der Kraftwerkssparte von Siemens. US-Juristen berichteten dem Aufsichtsrat zufolge von Konten in Liechtenstein, über die mehr als 100 Millionen Euro geschleust worden sein sollen. Zunächst hatte sich die Affäre nur auf die Telekomsparte Com konzentriert; inzwischen werden Vorgänge in fünf Siemens-Geschäftsbereichen untersucht.
Zu den Landesgesellschaften, die die Untersuchungen behinderten, gehören Österreich und Griechenland. Beide Länder spielten als Orte für schwarze Kassen eine wichtige Rolle im Korruptionsnetz von Siemens. Auch in Belgien hätten Siemens-Manager die Aufklärungsarbeit behindert. Dort sowie in mehreren Ländern Afrikas und Asiens verweigerten Siemens-Manager den Anwälten von Debevoise Gesprächstermine und verwehrten den Einblick in Unterlagen, schreiben "FAZ" und "SZ". Die Manager hielten sich bei der Aufklärung des Skandals nicht an das von Löscher vorgegebene Motto "Tempo, Tempo, Tempo".
Der Aufsichtsrat sei vom Bericht der Kanzlei schockiert gewesen. Gremiumschef Gerhard Cromme sagte laut "SZ", er werde das Verhalten mancher Manager nicht hinnehmen, sondern durchgreifen. Mitglieder des Aufsichtsrats sagten der Zeitung, auch Siemens-Chef Löscher sei jetzt gefordert. Er müsse Widerstände gegen Untersuchungen brechen und dafür sorgen, dass der Skandal so rasch und so umfassend wie möglich aufgeklärt werde. Im Aufsichtsrat wird befürchtet, die US-Börsenaufsicht SEC könnte besonders drastische Strafen gegen Siemens verhängen, falls die Arbeit von Debevoise weiter blockiert werde. Die Debevoise-Juristen berichten der SEC über ihre Erkenntnisse.
Siemens hat Debevoise & Plimpton Ende 2006 beauftragt, den gesamten Konzern auf Schmiergeldzahlungen und mögliche andere Verfehlungen zu durchleuchten. Wichtig ist auch die Rolle der Anwälte als Verbindung zur SEC und dem amerikanischen Justizministerium. Als ein auch in den Vereinigten Staaten börsennotiertes Unternehmen steht Siemens unter Beobachtung der amerikanischen Behörden.
kaz/dpa-AFX
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es sei mal nachgetragen: trotz aller interner widerstände, gänzlich ohen stallgeruch, trotz eines grossmaul wie cromme hat herr löscher seinen job bis dato gut gemacht oder muss man sagen-auch er hat siemens nicht kaputt [...] mehr...
In meinem Forumsbeitrag vom 18.03.08 # 149 formulierte ich: In die Leistungsfähigkeit von S. hat Löscher noch vollstes Vertrauen. Auf sein Unternehmen will er weiter bauen. Er sieht S. gut unterwegs - vorwärtsgerichtet. Die [...] mehr...
Sie können davon ausgehen, dass das irgendwie geschieht: Man stimmt sich darüber ab, wer welchen Auftrag bekommen soll und wer wieviel Sidemoney bekommen soll. Nur wenn aus "Versehen" mal der falsche Bieter den [...] mehr...
Sicherlich richtig. Vielleicht sollte Siemens mal bei GE oder bei Toshiba fragen, wie die das handhaben. mehr...
Das erfährt man dadurch, dass einem die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, wenn man es dabei zu toll getrieben hat. Das ist in Skandinavien früher der Fall, als in Ghana und Nigeria. Nun darf man darüber grübeln, in welchem der [...] mehr...
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