Manila - Das Wirtschaftswachstum in China und Indien geht weitgehend an der Bevölkerung vorbei. Im Vergleich zu den anderen 23 Ländern der Region wachsen die Volkswirtschaften der beiden Länder überdurchschnittlich, während der Pro-Kopf-Konsum sinkt. Das ergab eine heute veröffentlichte Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) mit Sitz in Manila.
Die durchschnittliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Südostasien lag im vergangenen Jahr bei 8,8 Prozent. Indien kam auf 9,4 Prozent, China sogar auf fast elf Prozent. Beide Länder trugen gemeinsam fast zwei Drittel zum BIP der 23 südostasiatischen Länder bei.
Doch beim Lebensstandard belegen Indien und China bei weitem nicht die oberen Ränge. Im Gegenteil: Beide Länder sind im Vergleich zum Vorjahr sogar zurückgefallen - China auf Platz 15 und Indien auf Platz 17.
Grundlage für das Ranking ist der Konsum pro Haushalt, der auch die staatlichen Ausgaben für Bildung und Gesundheit beinhaltet, heißt es in der Studie. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Pro-Kopf-Konsum nur ein Kriterium für den Lebensstandard ist. Andere Dinge wie die Verfügbarkeit kultureller Angebote oder der Grad der Umweltverschmutzung wurden nicht erfasst.
Die ersten fünf Plätze beim Lebensstandard belegen Hongkong, Taiwan und Singapur sowie Brunei und Macao. "Es besteht die Sorge, dass das Wachstum die Armut nicht wirklich reduziert", heißt es in der Studie. Die ADB fordert daher öffentliche Investitionen und institutionelle Reformen.
wal/dpa
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