SPIEGEL ONLINE: Professor Frank, die US-Mittelklasse neigt dazu, immer mehr Geld für Statussymbole auszugeben. Fangen wir bei Ihnen an: Wie teuer war Ihr Auto?
Frank: Nicht übertrieben teuer. Obwohl mir ein Bekannter mal zu einem Porsche geraten hat, fahre ich einen Miata von Mazda. Der hat ein Verdeck, liegt tief auf der Straße, lenkt sich gut – ist aber wohl der billigste Sportwagen, den man kriegen kann. Wir haben allerdings noch einen Kombi von Subaru, und meine Frau fährt einen BMW 330Xi.
SPIEGEL ONLINE: Drei Autos – ein kleiner Fuhrpark.
Frank: Es sind mehr, als wir normalerweise brauchen - zumal ich zu Fuß zur Arbeit gehe. Aber wir sind vier Erwachsene in der Familie, und bei uns in den USA ohne Auto irgendwohin zu kommen, ist wirklich ein Ärgernis. Das Nahverkehrssystem ist einfach zu schlecht. Auch deshalb gibt es in den USA so viele Drei-Auto-Haushalte.
SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch "Falling Behind" beschreiben Sie, dass US-Normalfamilien immer mehr und größere Autos fahren – und auch die Häuser im Schnitt geräumiger sind als in den achtziger Jahren. Trotzdem gehe es der Mittelklasse wirtschaftlich schlechter, schreiben Sie. Warum?
Frank: Die Einkommen der US-Mittelklasse liegen inflationsbereinigt ungefähr so hoch wie vor 20 Jahren. Der reale Lohn pro Stunde ist sogar gefallen. Wenn Sie sich trotzdem genötigt sehen, ein größeres Haus zu kaufen, wird es schwierig: noch mehr arbeiten, höhere Kredite, längere Pendelzeiten zur Arbeit. Viele Mittelklassefamilien leiden unter diesem Konsumdruck. Oft führt er zu steigenden Scheidungsraten und Insolvenzen.
SPIEGEL ONLINE: Ist die US-Mittelklasse nicht selbst schuld, wenn sie mehr ausgibt, als sie sich leisten kann?
Frank: Wenn sich ein Land in einem Wettrüsten mit einem zweiten befindet und keine Kliniken mehr baut, sondern nur noch Bomben - ist es dann selbst schuld? Was, wenn das das zweite Land mehr Panzer hat, eine größere Armee und droht, Sie zu überfallen? Auch die Mittelklasse in den USA ist in einem Wettrüsten gefangen - bei den Konsumausgaben. Aus eigener Kraft kommt sie da nur schwer heraus.
SPIEGEL ONLINE: Wer hat dieses Wettrüsten angefangen?
Frank: Es ergibt sich aus der wachsenden Ungleichheit in unserer Gesellschaft. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Reichtum der Oberschicht exponentiell gesteigert. 1982 gab es nur 13 Milliardäre in den USA, 2005 waren es 374. Die Reichen haben mehr Geld, sie geben mehr aus – das ist normal. Dadurch ändern sich aber in der gesamten Gesellschaft die Vorstellungen darüber, was als angemessen gilt. Und das setzt die Mittelschicht unter Druck.
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Das ist ja furchtbar, wie das in der USA ist. Nicht zu fassen. Allerdings habe ich festegstellt, durch viele Besuche in Deutschland, und auch durch gelegntliches dort Leben und arbeiten, dass in Deutschland das Leben enorm [...] mehr...
Well, wer ist diese "Mittelklasse"? ich nehme doch an, dass es sich um einen grossen Bevoelkerungsanteil handelt. Und wenn das so ist, ist die Annahme im thread schlicht falsch. Sicher gibt es eine [...] mehr...
Genau diese "Unwissenheit" wurde (und wird generell) m.M. nach ausgenutzt - denn wenn man selbst nichts von der Materie versteht, dann vertraut man halt "Beratern", die ja "was davon verstehen" - und [...] mehr...
Bitte hier nicht den Eindruck erwecken, diese variablen Zinsen seien geradezu zwingend und unvermeidlich! *DAS* naemlich nervt mich an dieser Diskussion, die auch ZEIT und SPIEGEL momentan mitfuehren. "Ja ja, diese [...] mehr...
Ganz so schlimm wie in den USA ist es bei uns aber trotzdem nicht, selbst wenn mal jemand so blöd war, über seinem Niveau zu leben. Wer hierzulande ein Haus auf Pump kauft/baut und in Schwierigkeiten gerät, der wird nicht so [...] mehr...
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