Berlin - Nach einigen Jahren der Preiskonstanz seien die Preise für Einfamilienhäuser 2006 in Westdeutschland durchschnittlich um 1,2 und in Ostdeutschland um 1,4 Prozent gestiegen, teilte das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) heute in Berlin mit. Demnach koste ein Einfamilienhaus im Westen 173.100 Euro, im Osten 100.100 Euro. In Westdeutschland sei damit ein absoluter Höchststand erreicht worden.
Wegen der Verknappung des Angebots werde der Trend anhalten, zumal der Neubau von Häusern in diesem Jahr weiter rückläufig sei, sagt Institutsleiter Stefan Jokl. Weitere Gründe für die Verteuerung seien die höhere Mehrwertsteuer sowie höhere Kosten für Baumaschinen, Baustoffe und Energie.
Eine Sprecherin des Zentralverbands Deutsche Bauwirtschaft wies darauf hin, dass seit Jahren weniger gebaut werde als von Experten gefordert. "Insgesamt gibt es jährlich rund 100.000 Wohnungen zu wenig", sagte sie zu SPIEGEL ONLINE. Unterm Strich bedeute das über längere Zeit eine Verknappung, die spürbare Preiserhöhungen zur Folge habe. In diesem Jahr habe es bei der Fertigstellung von Immobilien einen "absoluten Tiefststand" gegeben. Die Anträge auf Baugenehmigungen seien im ersten Quartal 2007 um insgesamt 44 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern sogar um 55 Prozent zurückgegangen.
Jokl erklärte, lediglich bei Eigentumswohnungen könnten die Preise noch einmal leicht zurückgehen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass Verkäufe von preiswerteren Wohnungen aus dem Bestand von Kommunen auf die Preise drückten.
Weit über dem Schnitt verteuerten sich Häuser bereits in einigen Großstädten. Hier sei das Angebot an entsprechenden Immobilien besonders knapp. So stieg der Preis für das durchschnittliche Einfamilienhaus in Hamburg um 9,1 Prozent auf 295.100 Euro. In Berlin lag der Zuwachs bei 8,6 Prozent auf 249.300 Euro. Spitzenreiter bleibt aber mit großem Abstand die Region München: Dort musste man für ein Einfamilienhaus im Durchschnitt 379.800 Euro bezahlen, 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
kaz/AP/ddp
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