Hamburg - So deutlich hat es noch keiner gesagt: "Jetzt wechseln. Jetzt sparen." Unter diesem Motto startet der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine groß angelegte Kampagne. Das Ziel: Die Stromkunden sollen ihrem angestammten Versorger den Rücken kehren - und in Scharen zu billigeren Anbietern überlaufen. Mit einer bundesweiten Plakataktion sagen die Verbraucherschützer den etablierten Energieunternehmen den Kampf an.
Die Kampagne ist in der deutschen Stromwirtschaft ein Novum. Bisher hatten Politiker und Experten nur vereinzelt zum Anbieterwechsel aufgerufen - zuletzt zum Beispiel der Präsident des Bundeskartellamts, Bernhard Heitzer.
Die Verbraucherschützer selbst hielten sich bislang jedoch - bei aller Kritik an den großen Konzernen - bedeckt. Mit Energiesparen, hieß es, komme man deutlich günstiger weg als mit einem neuen Stromanbieter.
Diese Linie gibt der Bundesverband der Verbraucherzentralen nun auf. Ab heute ruft die Organisation offensiv zum Anbieterwechsel auf. "Die Zeit ist reif", sagt Verbraucherschützer Holger Krawinkel.
Schließlich seien die Strompreise seit dem Jahr 2000 um rund 50 Prozent gestiegen - und da helfe nur noch eins: raus aus dem alten Vertrag und sich einen günstigeren Anbieter suchen.
Auch Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) rief die Bundesbürger zum Wechsel ihres Stromlieferanten auf. "Verbraucher können selbst aktiv etwas zur Verringerung ihrer Kosten tun. Nämlich den Energieanbieter wechseln", erklärte der Minister. Dem Appell schloss sich auch der Präsident des deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, an.
Für die Kunden kann sich der Wechsel richtig lohnen. Denn je nach Versorgungsgebiet gibt es zwischen den alt eingesessenen Unternehmen und den Newcomern Preisunterschiede von teilweise 29 Prozent. Nach Angaben der Verbraucherschützer kann eine Familie bis zu 185 Euro im Jahr sparen, die durchschnittliche Ersparnis bei einem Wechsel betrage 60 Euro.
Allerdings haben die Verbraucherschützer nur die hundert größten Städte Deutschlands untersucht. Berücksichtigt man alle 863 Versorgungsgebiete, dann können die Verbraucher sogar bis zu 283 Euro sparen, wie die große SPIEGEL-ONLINE-Tabelle zeigt.
Im Vergleich dazu ist der Aufwand gering. Nach Angaben des unabhängigen Verbraucherportals www.verivox.de braucht man für die Formalitäten nur wenige Minuten. Wechselwillige Stromkunden sollten am besten so vorgehen:
Angesichts der hohen Strompreise haben in den vergangenen Monaten schon Hunderttausende Bürger ihren Anbieter gewechselt. Viele sind zu Ökostromanbietern gewechselt, Großkonzerne wie Vattenfall verzeichnen einen enormen Kundenschwund.
Heute gab der RWE-Konzern sogar bekannt, eine geplante Preiserhöhung vorerst zu verschieben - aus Angst, dass noch mehr Kunden abwandern könnten.
Insgesamt haben aber erst sechs Prozent der Haushalte die Liberalisierung des Strommarkts voll ausgenutzt. Verbraucherschützer hoffen nun, dass viele weitere folgen. "Mindestens eine Million Kunden" wolle man mit der neuen Kampagne zum Anbieterwechsel bewegen, sagt Verbraucherschutzpräsident Gerd Billen. "Würden alle 40 Millionen Haushalte ihr Sparpotential nutzen, käme dies einem Einspar- und Konjunkturprogramm von über zwei Milliarden Euro gleich."
Mit Material von ddp/AP/AFP
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Wie sollen Menschen Öko-Investitionen akzeptieren oder sich gar vetrauensvoll an ihnen beteiligen können, wenn sie als Bürger selber unfreiwillig in seltsame Geschäfte hineingezogen werden. Wiebke Hollersen schreibt unter [...] mehr...
Tja, scheint sich bis heute nicht wirklich etwas geändert zu haben, ein wirklich aktuelles Thema, auch politisch. Nun ja, wir mussten ja auch (fast) alles, was von Blairs Neoliberalen so ausgedacht wurde über den [...] mehr...
das war nicht zufällig ein Ausschnitt aus der Doku "Enron - The smartest guys in the room" ? Da gibts genau so eine Szene...und warum sollten die Medien die nicht benutzen...nur so ein Gedankengang mehr...
Hallo, gestern in TV spiegel hat man eine dieser "maschen" gezeigt um die preise in die höhe zu treiben. Das so was geht wollte/kann ich nicht glauben. Da wurde ein kraftwerk für 15 mil stillgelegt (kosten), [...] mehr...
Man kennt sich persönlich, man trifft sich zum Kaffee, man stimmt sich ab... mehr...
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