Berlin - Die Firmen mussten für jeden sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter jeweils durchschnittlich 72,50 Euro aufbringen, wie aus der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) heute vorgestellten Studie hervorgeht. Knapp ein Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 532 Millionen Euro entfielen auf die Mitarbeiterschulungen, weitere 602 Millionen würden für die Einführung neuer Standards und "strategischer Implementierungen" aufgewandt.
Nach der von der Universität Dortmund vorgenommenen Untersuchung haben bisher 63 Prozent der befragten Unternehmen ihre Mitarbeiter geschult. Rund 46 Prozent haben demnach Standards und Checklisten ausgearbeitet, weitere 19 Prozent planen AGG-konforme Standards. Insbesondere die Risiken aus der umgekehrten Beweislast bewegten viele Unternehmen zur gerichtssicheren Dokumentation sämtlicher Vorgänge, die für das Gleichbehandlungsgesetz relevant sind.
Unbeabsichtigte Nebenwirkungen des AGG zeigen sich der Studie zufolge vor allem beim Einstellungsprozess: 84 Prozent der befragten Unternehmen verschicken nur noch nichtssagende Standardabsagen an Bewerber. "Aus Angst vor Missbrauch teilen Unternehmen Bewerbern kaum noch die Gründe für die Absage mit", sagte INSM-Geschäftsführer Max Höfer. Dies verbaue den Jobsuchenden die Chance auf ein ehrliches Feedback.
87 Prozent der befragten Unternehmen verbinden den Ergebnissen zufolge mit dem Gesetz im Wesentlichen zusätzliche Bürokratie, wobei über 74 Prozent der befragten Unternehmen das Gesetz insgesamt als überflüssig bewerten. Die Studie wurde am Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling vorgenommen. Befragt wurden 501 repräsentativ ausgewählte Firmen.
mik/AFP
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