München/Berlin - Und das ist nicht wenig: Allein in diesem Jahr entspräche dieses eine Prozent mehr als 20 Milliarden Euro. Das geht aus einer von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegebenen Studie zum Arbeitskräftemangel hervor, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Die Bundesregierung will auf ihrer Kabinettsklausur Ende der Woche erstmals über den von der Wirtschaft beklagten Fachkräfte-Mangel beraten. Kurz vor dem Treffen im brandenburgischen Meseberg legt das Wirtschaftsministerium nun konkrete Zahlen zu den Folgen des Mangels an Arbeitskräften vor.
"Der aus den nicht besetzbaren Stellen resultierende Wertschöpfungsverlust liegt nach vorläufigen Berechnungen im zweistelligen Milliardenbereich. Dieser könnte bis zu ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" aus dem Papier. Die Engpässe konzentrierten sich auf jene Branchen, "die für die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands am wichtigsten sind". Genannt sind der Maschinenbau, die Metall- und Elektroindustrie, der Fahrzeugbau und unternehmensnahe Dienstleistungen.
Bei den Hochqualifizierten fehlt es der Studie zufolge vor allem an Nachwuchs bei Technikern und Meistern sowie in den akademischen Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In den Geistes-, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gebe es hingegen keine akuten Engpässe. Wirtschaftsverbände hatten in den vergangenen Monaten immer wieder auf den bevorstehenden Fachkräftemangel hingewiesen und einen einfacheren Zuzug von ausländischen Fachkräften gefordert.
sam/AFP
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