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23.08.2007
 

Quartalszahlen

Bahn-Geschäft läuft deutlich besser als erwartet

Streiks, Verspätungen und Tarifkonflikte - all das hat der Deutschen Bahn nicht geschadet. Der Umsatz wächst fast doppelt so stark wie gedacht, die Prognose für das Gesamtjahr wird erhöht. Daran sollen auch die immer noch möglichen Streiks der Lokführer nichts ändern.

Frankfurt am Main - "Wir erwarten - sofern keine besonderen Ereignisse eintreten - für das Geschäftsjahr 2007 eine Entwicklung, die noch leicht über unserer Prognose aus dem März liegt", erklärte Finanzvorstand Diethelm Sack heute in Frankfurt am Main. Angesichts guter Zahlen im ersten Halbjahr hat das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben und rechnet jetzt mit einem Anstieg von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch im März war die Bahn lediglich von einem Umsatzplus von drei Prozent ausgegangen.

Zwei ICE im Kölner Bahnhof: Streik hat der Bahn nicht geschadet
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DPA

Zwei ICE im Kölner Bahnhof: Streik hat der Bahn nicht geschadet

Von Januar bis Juli steigerte die Bahn ihre Umsatzerlöse um 5,8 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereffekten wuchs um 44,6 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. 2006 hatte der Konzern einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro erreicht. Für das Ebit vor Sondereffekten erwartet Sack nun einen Wert von 2,4 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Sack begründete die neue Prognose ausdrücklich mit der "erfreulichen Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf".

Zu den laufenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) wollte sich Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht näher äußern. Mit dem Tarifabschluss, den die Bahn bereits mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbart hat, sei die Bahn bereits "an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren" gegangen, sagte Mehdorn. Dieser Abschluss koste die Bahn bereits pro Jahr 250 Millionen Euro.

"Rein wirtschaftlich" sei der Konflikt mit der GDL jedoch beherrschbar, da die GDL maximal 15 Prozent des Bahn-Geschäfts treffen könne. Sollte es trotz der Bereitschaft zur Einigung zu Streiks kommen, werde die Bahn auch in diesem Falle die Mobilitätsversorgung sicherstellen.

Streik hat Umsatz in Millionenhöhe gekostet

Mehdorn machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die Warnstreiks und Streikdrohungen Kunden verunsichert und bislang Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe gekostet habe. Dieser Umsatz ist laut dem Bahn-Chef unwiederbringlich verloren, da er nicht wie in anderen Branchen nachgearbeitet werden kann.

Das Investitionsvolumen soll laut Sack 2007 wie im Vorjahr bei rund 6,6 Milliarden Euro liegen. Der Finanzvorstand will auch einen Teil der laufenden Einnahmen nutzen, um Schulden zurückzuzahlen. Die Veränderung im Konzernportfolio hätten keine Auswirkungen auf die Verschuldung.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sieht vor dem Hintergrund der Zahlen den Auftrag aus der Bahnreform als "vollständig erfüllt" an: "Wir haben alle Geschäftsfelder der Reihe nach saniert". 2007 werde auch der Geschäftsbereich "Netz" erstmals ein positives Ergebnis erwirtschaften, kündigte er an.

Hinsichtlich des beabsichtigten Börsengangs der Bahn hielt sich Mehdorn zunächst mit konkreten Aussagen zurück. Die vorgesehene Teilprivatisierung werde der Bahn bessere Chancen als jemals zuvor eröffnen, sagte er. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Chancen für das Unternehmen und für Deutschland auch zu nutzen", fügte er hinzu.

sam/ddp/Reuters/AP

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