Hamburg – Auch aus anderen Bereichen belasten das Institut zurzeit offensichtlich faule Kredite in nur geringer Menge. Denn in der Bilanz konnten die Rückstellungen für solche Risiken verringert werden. Entsprechend deutlich konnte die Bank ihren Gewinn im ersten Halbjahr steigern. Von Januar bis Juni habe sich der Gewinn nach Steuern um acht Prozent auf 271 Millionen Euro erhöht, teilte die Bank mit. Dagegen gaben die operativen Erträge wegen eines geringeren Zinsüberschusses auf 1,1 Milliarden Euro leicht nach.
Den Rückgang bei seiner mit Abstand wichtigsten Ertragsquelle erklärte das Geldinstitut mit neuen Bilanzregeln. Dieser Effekt werde sich im Verlauf des Jahres stetig abschwächen. Zudem entwickele sich das Neugeschäft positiv, hieß es.
Die Risikovorsorge für faule Kredite verringerte sich um 40 Prozent auf 137 Millionen Euro. Allerdings musste die HSH im zweiten Quartal nach eigenen Angaben "höhere Abschreibungen" auf ihr Wertpapierportfolio vornehmen. Ein Teil davon habe im Zusammenhang mit der Krise an den internationalen Finanzmärkten gestanden, teilte das Geldhaus mit, ohne Details zu nennen.
Landesbank Berlin nicht involviert
Das Institut selbst habe 1,8 Milliarden Euro am US-Subprime-Markt investiert, sagte Vorstandschef Hans Berger heute in Hamburg. Die Summe entspreche weniger als einem Prozent der Konzernbilanzsumme. 300 Millionen Euro der Gesamtsumme würden von Dritten verwaltet, für 1,5 Milliarden habe die Bank das Portfolio selbst zusammengestellt. Bei der Auswahl dieser Anlagen habe die fünftgrößte deutsche Landesbank strenge, eigene Kriterien angelegt, beschwichtigte Berger. Die HSH habe sich nicht auf das Rating der Agenturen verlassen. Es seien hohe Mindestanforderungen an die Schuldnerqualität gestellt worden.
Die US-Hypothekenkrise hatte in Deutschland bereits zwei große Banken in Schieflage gebracht: Sowohl die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB
als auch die Landesbank SachsenLB hatten sich verspekuliert. Daraufhin mussten ihnen andere Kreditinstitute mit Milliarden unter die Arme greifen.
Die Landesbank Berlin (LBB) ist nach eigenen Angaben von der US-Hypothekenkrise nicht direkt betroffen. "Wir sind im entsprechenden Subprime-Markt nicht engagiert und haben die Entwicklung frühzeitig - soweit möglich - antizipiert", bekräftigte LBB-Chef Hans-Jörg Vetter heute auf der Hauptversammlung in Berlin. Derzeit sei das Marktumfeld für Banken so schwierig wie selten zuvor.
Der deutsche Sparkassenverband DSGV hatte Mitte Juni für mehr als fünf Milliarden Euro die Beteiligung des Landes Berlin von rund 81 Prozent an der LBB gekauft, um den Einstieg eines privaten Investors zu verhindern. Die Sparkassen halten nun etwa 92 Prozent.
mik/Reuters/Dow Jones
Anm. der Redaktion: Im Vorspann hatten wir ursprünglich implizit angedeutet, dass die HSH Nordbank Probleme mit faulen Hypothekenkredite aus den USA hat und trotzdem die Rückstellungen dafür reduzierte. Mit den derzeit im Portfolio befindlichen US-Hypothekenkrediten hat das Institut aber nach eigenen Angaben keinerlei Probleme. Die Rückstellung betreffen allein bilanzrelevante Kredite anderer Art. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
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