Wirtschaft



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24.08.2007
 

US-Kreditkrise

EU rückt Ratingagenturen auf die Pelle

Die EU schreitet ein: Die Finanzaufsichtsbehörden der Gemeinschaft wollen mit den in die Kritik geratenen Ratingagenturen über die US-Hypothekenkrise und die Börsenturbulenzen sprechen. Und herausfinden, welche Rolle diese spielten.

London - Es solle geklärt werden, welche Rolle diese Agenturen bei der Krise am US-Markt für zweitklassige Hypothekenkredite gespielt hätten, teilte der Ausschuss der europäischen Wertpapierregulierer CESR mit. Dazu wolle die CESR bis zum 10. September ihre Konsultationen darüber abschließen, wie die international tätigen Firmen zur Bewertung von Kreditrisiken komplexe Finanzprodukte wie etwa Kreditderivate bewerten.

Zentrale der Bank of China: Sie verweist ebenfalls auf die Ratingagenturen
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Getty Images

Zentrale der Bank of China: Sie verweist ebenfalls auf die Ratingagenturen

Auch ein Treffen mit EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy über den künftigen Umgang mit den Ratingagenturen sei geplant, erklärte die CESR. McCreevy hatte vergangene Woche angekündigt, den Verhaltenskodex zu überprüfen, den sich Ratingagenturen wie Standard & Poors', Moody's und Fitch nach dem Zusammenbruch des US-Energiekonzerns Enron auferlegt hatten.

Damals war von Interessenkonflikten die Rede gewesen, weil die Agenturen von den Firmen bezahlt werden, deren Kreditwürdigkeit sie bewerten sollen. Eine ähnliche Kritik wurde nun auch im Zuge der Kreditkrise laut. Zudem wurde den Agenturen vorgeworfen, möglicherweise zu langsam auf Warnsignale am US-Markt mit schlecht besicherten Hypothekenkrediten reagiert zu haben.

Merkel fordert mehr Transparenz

Auch Bundeskanzlerin Merkel (CDU) erwägt als Reaktion auf die jüngste Finanzkrise nationale Maßnahmen zur Stärkung der Bankenaufsicht und internationale zur Schaffung von mehr Transparenz bei Ratingagenturen. Das gab Merkel in Berlin nach dem Ende der zweitägigen Kabinettsklausur in Meseberg bekannt.

Merkel betonte, zur Bewertung der zu erwartenden Risiken sei die Regierung "auf die Fachmeinung" angewiesen. "Insofern wollen wir jetzt nicht irgend etwas an die Wand malen und nicht schwarz sehen, aber man muss das alles schon mit einer gesunden Vorsicht beobachten". Sie hoffe, "dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung robust genug ist". Dies sagten auch alle Fachleute. "Aber wir müssen aus solchen Vorgängen lernen", forderte die Kanzlerin.

Bank of China stark im US-Hypothekenmarkt

Unterdessen wurde bekannt, dass auch die Bank of China Chart zeigenvon der amerikanischen Hypothekenkrise betroffen ist. Das zweitgrößte chinesische Kreditinstitut unterrichtete Investoren, dass es Wertpapiere im Wert von 9,7 Milliarden Dollar besitze, hinter denen amerikanische Hypothekenkredite von Kunden mit niedriger Bonität ("Subprime") stünden, hieß es in einer Mitteilung der Pekinger Bank auf ihrer Website. Keine andere asiatische Bank ist so stark in dem Markt engagiert.

Doch auch die Bank of China argumentiert mit den Bewertungen der Rating-Agenturen: Die Bonität von etwa drei Viertel der Wertpapiere gab sie mit "AAA" an, was bedeutet, dass sie als letzte von einer Zahlungsunfähigkeit betroffen wären. Das Finanzinstitut hat aber umgerechnet 115 Millionen Euro für mögliche Verluste zurückgestellt, wie die "Shanghai Daily" berichtete. Nach Angaben der Zeitung hält die noch größere chinesische Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) ebenfalls solche minderwertigen Hypothekenpapiere in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar.

ase/dpa/Reuters

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