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Chinesische Auto-Kopien Piraten, Plagiate, PS-Boliden

4. Teil: Ermittler in Lebensgefahr

Papageorgiou spürt für führende internationale Firmen in China Produktfälschern nach. Immer wieder staunt er, wie unvorbereitet deutsche Bosse nach China reisen. Dagegen recherchieren die Chinesen mittlerweile auch in Deutschland systematisch, welches Unternehmen welche Rechte angemeldet hat. Und wenn dann deutsche Hersteller auf Messen Neuheiten zeigen, die noch nirgends registriert sind, melden die Chinesen diese ihrerseits schnell an.

China bleibt damit für ausländische Firmen mit originärer Hightech ein riskanter Standort. "Bevor ein Hersteller nach China geht, muss er sich vorher genau überlegen, über welche Kerntechnologien er verfügt, und ob er wirklich in der Lage ist, diese in China auch zu schützen", warnt Thomas Pattloch, der Beauftragte für den Schutz geistigen Eigentums in der EU-Delegation in Peking.

Der deutsche Jurist kennt sich mit chinesischen Fälschungen auch privat aus. Seine Tochter erkrankte einst an chinesischer Babynahrung, die offensichtlich gefälscht war. Seitdem kauft der Deutsche, wo möglich, für seine Familie nur noch sichere Importwaren.

Giftige Lederjacken

Vor seinem Büro hat Pattloch mehrere Glasvitrinen aufstellen lassen - darin stapeln sich die chinesischen Fälschungen europäischer Marken-Produkte, vom Deo über Schokoladen-Konfekt bis zum Kugelschreiber. Es ist eine faszinierende Sammlung, die Betrachtern unwillkürlich Respekt vor den Fertigkeiten der Kopierer abringt. Doch Pattloch warnt vor den gesundheitlichen Schäden, mit denen Verbraucher möglicherweise für billige chinesische Fälschungen zahlen. So sind chinesische Nachahmungen europäischer Marken-Lederjacken zum Beispiel oft mit krebserregenden Chemikalien gegerbt.

Indes scheuen gerade bekannte Marken, öffentlich gegen Produktpiraten vorzugehen: Sie fürchten, dass die Verbraucher ihre Produkte meiden, wenn die Medien über täuschend echte Fälschungen berichten. Lieber setzen die Firmen auf die diskreten Dienste privater Fahnder - die ihnen zum Beispiel Anwalt Papageorgiou in China vermittelt.

Diese Ermittler arbeiten oft unter Lebensgefahr. In der Provinzstadt Yiwu wurde unlängst ein Detektiv vor seinem Hotel zusammengeschlagen, als er für einen deutschen Kosmetikhersteller einen verdeckten Kauf tätigen wollte. In einem anderen Fall beendeten Raubkopierer in der Provinz Jiangsu die Nachforschungen mit der Eisenstange: Sie schlugen einen Ermittler krankenhausreif.

Alle Details zum chinesischen Hacker-Angriff erfahren Sie im neuen SPIEGEL, ab sofort an jedem Kiosk erhältlich.

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