Wirtschaft



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04.09.2007
 

Aufruhr in der Biobranche

Basic stoppt Aktienverkauf an Lidl

Vehementer Protest von Kunden und der Boykott wichtiger Lieferanten zeigen Wirkung: Die Biosupermarktkette Basic hat den Verkauf weiterer Aktien an die Schwarz-Gruppe vorerst gestoppt. Der Übernahmeversuch des Lidl-Konzerns hatte Käufer und Erzeuger gleichermaßen empört.

München - Der öffentliche Druck ist wohl zu groß geworden: Der Vorstand der Münchner Basic AG habe sich entschlossen, vorerst keine weitere Aktien an die Schwarz-Gruppe zu verkaufen, sagte Basic-Chef Josef Spanrunft der "Süddeutschen Zeitung". Es sei durch den Aktienverkauf "sehr viel Unruhe" in das Unternehmen gekommen. "Es ist viel Porzellan zerschlagen worden", sagte Spanrunft weiter. Man wolle nun auf die Stimme der Kunden und Lieferanten achten. Ob mit dem Vorstandsveto die Mehrheitsübernahme durch Schwarz endgültig vom Tisch sei, sei noch offen.

Käuferin mit Lidl-Tüte vor Basic-Supermarkt: "Viel Porzellan zerschlagen"
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DDP

Käuferin mit Lidl-Tüte vor Basic-Supermarkt: "Viel Porzellan zerschlagen"

Schwarz hatte im Februar 23 Prozent der Basic-Aktien übernommen. Anfang August hatte die Gruppe den Altaktionären zudem ein Übernahmeangebot unterbreitet. Mehrere Anteilseigner hatten sich verkaufsbereit gezeigt - ohne den nun verkündeten Stopp hätte Schwarz vermutlich demnächst die Mehrheit bei Basic bekommen. Man wolle abwarten, so Spanrunft, "was die Zeit bringt". Bisher hatte der Basic-Chef den Verkauf stets verteidigt. Die Schwarz-Gruppe wollte den Verkaufsstopp nicht kommentieren.

Die Kooperation der zweitgrößten deutschen Bio-Kette mit dem Schwarz-Konzern hatte für heftigen Unmut in der Biobranche gesorgt, mehrere Lieferanten kündigten die Geschäftsbeziehungen zu Basic. Laut "Süddeutscher Zeitung" war nicht nur der Großhändler Dennree ausgestiegen, der Basic bisher mit der Hälfte des Sortiments belieferte. Gestern wurde zudem bekannt, dass auch der regionale Großhändler für den Münchner Raum, Tagwerk, Basic nicht mehr beliefern will.

Der Großhändler Tagwerk, eine Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft mit Sitz in Dorfen, hat laut "Süddeutscher Zeitung" angekündigt, von Mitte September an die sechs Basic-Märkte in München und Augsburg nicht mehr zu beliefern. Wie bereits Dennree, die Hermannsdorfer Landwerkstätten und ein Schokoladenhersteller nennt Tagwerk-Vorstand Klaus Hutner den Schwarz-Einstieg bei Basic als Grund für den Lieferstopp.

Mit der Tagwerk-Philosophie sei dies unvereinbar, so Hutner. "Wir setzen auf Regionalität, handwerkliche Verarbeitung und faire Preise." Die "Glaubwürdigkeit" der Genossenschaft stünde auf dem Spiel, wenn man mit Basic weiter zusammenarbeite: "Ein Unternehmen, das auf Expansion um jeden Preis setzt und sich dazu marktradikale Partner sucht, wollen wir nicht mehr beliefern." Laut Hutner belieferte Tagwerk die Basic AG seit deren Gründung 1997 und mache derzeit vier Prozent seines Umsatzes mit der Bio-Kette.

sam/AFP

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