New York - Betroffen sind fast 850.000 Artikel, bei denen ein zu hoher Bleigehalt in der Farbe festgestellt wurde, wie Mattel und die US-Verbraucherschutzkommission heute Nacht bekannt gaben. Neben Zubehör für Barbie-Puppen ruft das Unternehmen auch Spielzeug der Marke Fisher-Price zurück.
Im Einzelnen handelt es sich um 675.000 Artikel von Barbie-Accessoires, die zwischen dem 30. September 2006 und dem 20. August 2007 hergestellt wurden. Auch knapp 9.000 Artikel aus der Serie "Big Big World 6-in-I Bongo Band" und 90.000 "Geo Trax"-Lokomotiven von Fisher-Price wurden zurückgerufen.
In Deutschland ist unter anderem Barbie-Puppen-Zubehör betroffen. Wie das Unternehmen im hessischen Dreieich mitteilte, befinden sich unter den hierzulande zurückgerufenen Produkten sieben Tier- und Möbel-Spielsets der Marke Barbie sowie ein Spielzeug-Güterzug der Marke Geotrax. Mattel bezifferte die Menge der in Deutschland betroffenen Ware auf rund 38.000 Stück.
Die Produkte könnten kostenlos zurückgeschickt werden, weder Kassenbon noch Originalverpackung seien notwendig. Informationen dazu erhalten Kunden bei der kostenfreien Hotline unter 0800/1001337 oder auf der Internetseite www.mattel.de/service. Dort könne auch geklärt werden, ob eigenes Spielzeug überhaupt betroffen ist.
Das US-Unternehmen betonte, der Rückruf geschehe freiwillig, nachdem der Konzern seine Beziehungen zu chinesischen Lieferanten überprüft habe. Mehrere chinesische Unternehmen seien dabei ausgeschlossen worden.
Ärger mit der Verbraucherschutzbehörde
Mattel hatte aufgrund von Sicherheitsbedenken in den vergangenen fünf Wochen bereits zwei Rückrufaktionen gestartet. Dabei ging es um insgesamt mehr als 20 Millionen in China produzierte Artikel. Sie waren unter anderem mit bleihaltiger Farbe belastet. Blei kann zu Hirnschäden führen, wenn es von Kindern aufgenommen wird.
Der Mattel-Vorsitzende Robert Eckert hatte im vergangenen Monat bei einer Pressekonferenz bereits gewarnt, dass es weitere Rückrufaktionen geben könnte. Der Konzern hatte nach den ersten beiden Rückrufen vom 1. und 14. August Ermittlungen in chinesischen Zulieferbetrieben aufgenommen und neue Tests veranlasst.
Die US-Verbraucherschutzkommission erklärte nun, man prüfe die Einleitung von Ermittlungen, ob Mattel im Zusammenhang mit der Rückrufaktion vom 14. August die Behörden rechtzeitig verständigt habe.
Ende August hatte die amerikanische Spielzeug-Kette Toys "R" Us rund 27.000 Schreib- und Malkästen aus China zurückgerufen, weil sowohl die Verpackung als auch einzelne Farben Blei enthielten. Das US- Handelsunternehmen Martin Designs rief rund eine Viertelmillion in China hergestellter Kinder-Adress- und Notizbücher wegen möglicher Gefahren zurück.
80 Prozent des weltweit verkauften Spielzeugs wird in China hergestellt. Hersteller und Händler fürchten nun, dass die Rückrufaktionen das bevorstehende Weihnachtsgeschäft belasten können.
wal/AP/Reuters/dpa
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