Hamburg - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezieht beim Thema Atomenergie klar Position: Solle der Atomausstieg nicht rückgängig gemacht werden, wäre eine CO2-Reduzierung um mehr als 33 bis 34 Prozent bis 2020 "völlig unwirtschaftlich", sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann heute in Berlin.
Die Bundesregierung strebt eine Reduzierung um 40 Prozent an. "Wenn Sie die 40 Prozent erreichen wollen, dann geht das nur unter Beibehaltung der Kernenergie", sagte Thumann. Sonst würden die Kosten für die CO2-Vermeidung so hoch, dass viele Industrieunternehmen Deutschland verlassen und "Arbeitsplätze in Millionenhöhe" vernichtet würden.
Der BDI stellte in Berlin eine gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey erarbeitete Studie zu Kosten und Potentialen der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland vor. Demnach ist bis 2020 eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 26 Prozent wirtschaftlich, also ohne zusätzliche Kosten erreichbar. Eine Reduzierung um 31 Prozent wäre demnach ebenfalls mit heute verfügbarer Technik möglich, würde allerdings zu Vermeidungskosten zwischen 32 und 175 Euro pro Tonne CO2 führen, wenn gleichzeitig am Atomausstieg festgehalten werde. Danach würden die Vermeidungskosten der Studie zufolge steil weiter ansteigen.
Investieren sollen die Verbraucher
Der Studie zufolge sollten vor allem Hausbesitzer und Verbraucher investieren: Die Kosten für Dämmung und neue Heizungen rechnen sich demnach innerhalb von 15 Jahren durch die Energieersparnis. Damit ließen sich rund 60 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr wirtschaftlich einsparen.
Für die Industrie selbst sieht die Studie hingegen kaum noch Minderungspotential. Zwar lasse sich die Energieeffizienz weiter jährlich um 1,6 Prozent steigern; die damit erreichten Einsparungen bei den Treibhausgasen würden aber durch das erwartete Wirtschaftswachstum von zwei Prozent jährlich aufgefressen, sagte McKinsey-Chef Frank Mattern.
kaz/AFP/dpa/AP
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