Wirtschaft



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28.09.2007
 

Offene Stellen

Deutsche Wirtschaft sucht 1,5 Millionen Mitarbeiter

Die Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze ist auf einem Sieben-Jahres-Hoch: Firmen in Deutschland suchen rund 1,5 Millionen neue Mitarbeiter. Das jedenfalls schätzt das Institut der deutschen Wirtschaft. In einigen Branchen gebe es sogar mehr offene Stellen als Arbeitslose.

Hamburg - Die gute Konjunktur wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus: Unter Berufung auf Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln meldet die "Bild"-Zeitung, dass in den Unternehmen in Deutschland rund 1,5 Millionen Stellen nicht besetzt seien. Das sei der höchste Stand seit dem Jahr 2000, sagte IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer der Zeitung. In einigen Branchen stehe rein rechnerisch sogar jedem Arbeitslosen eine offene Stelle gegenüber.

Arbeiter in einem Walzwerk: Metallarbeitgeber zählen mehr offene Stellen als Arbeitslose in ihrer Branche
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DPA

Arbeiter in einem Walzwerk: Metallarbeitgeber zählen mehr offene Stellen als Arbeitslose in ihrer Branche

In manchen Bereichen übersteigt die Zahl der offenen Stellen sogar die Zahl der Erwerbslosen: Bei den gewerblichen Berufen der Metall- und Elektroindustrie gibt es nach Angaben der Metallarbeitgeber rund 224.000 nicht besetzte Jobs und rund 221.000 offiziell gemeldete Arbeitslose. In der IT-Industrie stehen den 40.000 offenen Stellen laut Branchenverband Bitkom rund 30.000 arbeitslose Datenverarbeitungsfachkräfte gegenüber.

Nach IW-Einschätzung sei wegen der nachhaltigen Arbeitsmarkt-Belebung erstmals seit Jahrzehnten auch ein Rückgang der Sockelarbeitslosigkeit möglich. "Die Job-Entwicklung ist so positiv, dass beim nächsten Konjunkturabschwung weniger Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden als in der Vergangenheit. Der Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit ist gebremst", sagte Schäfer.

Angesichts der günstigen Entwicklung am Jobmarkt erzielte die Bundesagentur für Arbeit (BA) einem "Handelsblatt"-Bericht zufolge im September einen Überschuss von rund 900 Millionen Euro. Das sei das beste Monatsergebnis in diesem Jahr. Nach neun Monaten habe die Behörde damit bereits 3,4 Milliarden Euro mehr eingenommen als ausgegeben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Arbeitsagentur-Kreise. Demnach standen Einnahmen von 31,2 Milliarden Euro Ausgaben in Höhe von 27,8 Milliarden Euro gegenüber.

Der Finanzexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Alfred Boss, hält laut "Handelsblatt" einen Überschuss im Gesamtjahr von sieben Milliarden Euro "ohne weiteres für möglich". In ihrem im vergangenen Herbst aufgestellten Etat sei die Behörde noch von einem Defizit für 2007 von 4,27 Milliarden Euro ausgegangen.

kaz/AFP/ddp

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